
Nierenschwäche (akut) - akutes Nierenversagen
Behandlung bei akuter Nierenschwäche
Es gibt bis heute keine speziellen Behandlungsmöglichkeiten der akuten Nierenschwäche. Eine schnelle Behandlung der Grunderkrankung sowie der Auswirkungen der Nierenschwäche entscheidet maßgeblich über den Behandlungserfolg.
So werden bei Entzündungen beispielsweise Antibiotika eingesetzt. Starke Flüssigkeits- oder Blutverluste infolge von Verletzungen, Verbrennungen oder Infektionen müssen mit Hilfe von Infusionen schnell ausgeglichen werden. Infusionen sind auch dann erforderlich, wenn sich die Nieren wieder erholen, um dem Flüssigkeitsverlust durch die wieder anlaufende Urinproduktion entgegenzuwirken.
Medikamente - vor allem natürlich solche mit möglicherweise nierenschädigender Wirkung - müssen in ihrer Dosierung gesenkt oder komplett abgesetzt werden. Medikamente, die eine solche Nierenschädigung hervorrufen können, sind beispielsweise:
- Schmerzmittel: z. B. Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac
- Bestimmte Antibiotika: z. B. Aminoglykoside (Amikacin, Gentamycin, Neomycin oder Streptomycin)
- Chemotherapeutika
- Bluthochdruckmittel
- Jodhaltige Kontrastmittel
- Harntreibende Mittel (Diuretika)
Magenmedikamente, z. B. Protonenpumpenhemmer, werden dagegen zur Behandlung der Folgen einer akuten Nierenschwäche eingesetzt. Sie können die Säureproduktion im Magen senken und so die Gefahr von Blutungen im Magen-/Darmtrakt verringern. Bei Patienten, deren Nieren zu wenig oder gar keinen Urin mehr bilden, werden harntreibende Medikamente, so genannte Diuretika, verabreicht. So wird der gestörte Salz- und Wasserhaushalt behandelt und die Urinproduktion gesteigert, falls sich im Körper zuviel Flüssigkeit ansammelt. Zur Behandlung eines Kalium-Anstiegs im Blut können Kalziumglukonat oder muskelentspannende Medikamente verabreicht werden. Auch Infusionen von Natriumbikarbonat oder Insulin-Glukose können den Kalium-Anstieg bremsen.
Reichen Diuretika nicht aus oder steigen die Kalium- und Harnstoffwerte im Blut zu stark an, ist eine Blutwäsche (Dialyse) erforderlich. Sie wird solange durchgeführt, bis die Nieren wieder "anspringen" und ihre Funktion wieder aufnehmen.
Behandlung von Harn- und Nierensteinen
Beim postrenalen akuten Nierenversagen stauen meist Harn- oder Nierensteine den Urin durch Blockade der Harnwege bis in die Nieren zurück. In solchen Fällen kann der Arzt ein dünnes Röhrchen durch die Blase in den Harnleiter einbringen, durch das der Urin seitlich an den Steinen vorbeifließen kann.
Zudem kann er auch Medikamente verabreichen, die muskelentspannend und schmerzlindern wirken. Meist erleichtern sie den Durchtritt des Steines in die Harnblase, von wo aus er in den meisten Fällen problemlos ausgeschieden werden kann.
Wenn dies nicht möglich ist, können die Steine mit einer Schlinge entfernt oder von außen zertrümmert werden. Nur in extrem seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich werden. Größere Steine im Nierenbecken müssen auch, vor allem wenn sie zu gehäuften Infekten oder Abflussbehinderungen führen, in der Regel mittels Stoßwellenzertrümmerung oder kathetergesteuerter Zertrümmerung entfernt werden.
Ernährung/Trinken
Ein akutes Nierenversagen kann zu verstärktem Eiweißabbau und einer Fettstoffwechselstörung führen. Die Nahrung sollte deshalb ausreichend Kalorien enthalten (35-40 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht und Tag). Die Patienten sollten ungefähr soviel trinken, wie sie am Tag zuvor als Urin ausgeschieden haben.
Bei zu geringer Urinproduktion sollte die Nahrung kalium-, natrium- und eiweißarm sein. Bilden die Nieren viel Urin, sollte die Nahrung dagegen reich an Kalium und Natrium sein, um den Salzverlust über den Urin auszugleichen. Wichtig ist dann eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.


