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Arteriosklerose

Behandlung bei Arteriosklerose


Ein gesunder Lebensstil mit körperlicher Bewegung und mediterraner Kost sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung. Je nach Schwere der Erkrankung werden unterschiedliche Medikamentengruppen eingesetzt, die Arterien mit einem Katheter auf gedehnt oder sogar operiert. Um die Arterienverkalkung behandeln zu können, sollte der Arzt feststellen, wie weit die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Im Frühstadium ist eine Heilung durchaus möglich, im fortgeschrittenen Stadium können geeignete Maßnahmen nur ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Man unterscheidet eine medikamentöse von einer interventionellen oder operativen Therapie.

 

Medikamentöse Therapie

Es gibt bislang noch kein Medikament, das Gefäßablagerungen auflöst und damit gegen die Arteriosklerose direkt wirkt. Medikamente zur Blutverdünnung (z. B. Azetylsalizylsäure) und gegen Risikoerkrankungen, wie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Diabetes, sind jedoch zur medikamentösen Behandlung der Arteriosklerose gut geeignet.

 

Medikamente zur „Blutverdünnung"

Ziel der Blutverdünnung ist es, die Bildung von Blutgerinnseln im Gefäßsystem zu vermeiden. Die gefürchteten Folgeerkrankungen der Arteriosklerose, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit, lassen sich dadurch vorbeugend behandeln. Hierfür stehen die so genannten Thrombozytenaggregationshemmer, wie z.B. niedrig dosierte Azetylsalizylsäure zur Verfügung.

 

Medikamente gegen Fettstoffwechselstörungen

Zur erfolgreichen Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels gibt es heute eine Reihe bewährter Medikamente („Lipidsenker"). Gut wirksam  sind die so genannten Cholesterin-Synthese-Hemmer, die die körpereigene Bildung von Cholesterin in der Leber hemmen. Dadurch sinken die Werte des schädlichen LDL-Cholesterins um 20-50% während das gefäßschützende HDL-Cholesterin ansteigt. Eine Erhöhung des HDL-Cholesterin wirkt als schützender Faktor gegen Arteriosklerose.

 

Medikamente gegen Bluthochdruck

Medikamente gegen den Bluthochdruck wirken sehr unterschiedlich. In der ersten Phase der Einnahme kann es zu Schwindelgefühl mit Schwäche kommen, weil sich der Körper an zu hohen Blutdruck gewöhnt hat. Um schwerwiegende Spätfolgen wie Schlaganfall und Herzinfarkt zu vermeiden, sollten Patienten die Medikamente kontinuierlich nach Absprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen.

Hat sich der Körper nach einigen Tagen der Tabletteneinnahme an den normalen Blutdruck gewöhnt, verschwinden die meisten Nebenwirkungen schnell von selbst. Bei sehr hohen Blutdrücken hat sich eine Kombination verschiedener Medikamente bewährt.

 

Medikamente gegen Zuckerkrankheit

Ein besonders hohes Risiko für die Arteriosklerose haben Patienten mit Diabetes mellitus, besonders wenn sie zusätzlich übergewichtig sind und an Bluthochdruck und/oder einer Fettstoffwechselstörung leiden. Dieses Krankheitsbild wird als metabolisches Syndrom bezeichnet. Eine optimale Blutzuckereinstellung wird meistens nicht allein durch eine angepasste Ernährung, sondern durch den Einsatz von Antidiabetika erreicht. Eine Behandlung mit Medikamenten ist dann am effektivsten, wenn die Patienten gleichzeitig ihren Lebensstil anpassen und die Medikamente genau nach Vorschrift des behandelnden Arztes einnehmen.

 

Lipid-Apherese

Behandlung von Arteriosklerose: Lipid-Apharese-Apparatur 
Bild: Apherese-Apparatur (Prof.
Reinhard Klingel, Apherese
ForschungsInstitut, Köln).
LDL-Cholesterin und das Lipoprotein a können durch eine so genannte Apherese aus dem Blut entfernt werden. Hierbei wird das Blut über eine Armvene aus dem Körper heraus geleitet wird und nach der Entfernung der Fette dem Blutkreislauf wieder über eine 2. Armvene zugeführt. So kann beispielsweise der Lipoprotein-a-Spiegel um 70% gesenkt werden. Die Behandlung muss wöchentlich bis alle 2 Wochen wiederholt werden. 

Die Lipidapherese wird nur bei Patienten eingesetzt, die genetisch bedingt sehr hohe Werte von LDL-Cholesterin oder Lipoprotein-a aufweisen. Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen ist dadurch sehr hoch, und Komplikationen treten früh auf. Es müssen zunächst alle anderen Möglichkeiten zur Senkung der Blutfette ausgeschöpft werden. 

 

Intervention und Operation

In schweren Fällen, bei denen eine Komplikation (Herzinfarkt, periphere arterielle Verschlusskrankheit mit Geschwürbildung) einzutreten droht, kann auch ein interventionelles oder operatives Vorgehen notwendig sein. Abhängig vom Ort der Plaquebildung (Herzkranz- oder Beingefäße) und der Schwere der Symptome kann der Arzt mittels Katheter die Ablagerungen abtragen oder die Gefäßwände dehnen und somit für den Blutstrom wieder durchgängig machen.

Die Aufdehnung (Angioplastie) erfolgt durch einen kleinen Ballon, der am Ende des einzuführenden Katheters sitzt. Dieser wird gefüllt, wenn die Spitze über der verengten Gefäßstelle platziert ist. Durch den entstehenden Druck weitet sich das Gefäß. Damit nach erfolgtem Eingriff nicht unmittelbar erneut eine Verengung entsteht, kann der Arzt ein röhrenförmiges feinmaschiges Netz an der verengten Stelle platzieren, einen so genannten Stent. Alternativ kann er Ablagerungen entweder mit Hilfe eines kleinen, in den Schlauch eingebrachten Messers, mit einem rotierenden, winzigen Bohrkopf oder mit einem Laser entfernen.

Bei weit fortgeschrittener Arteriosklerose oder bei einem Verschluss in einem längeren Arterienabschnitt kann unter Umständen nur noch eine Bypass-Operation helfen. Dabei wird die Engstelle mit einem Venenstück überbrückt, um eine ausreichende Blutversorgung bzw. einen ausreichenden Blutstrom sicher zu stellen. Am Bein oder am Halsgefäß wird auch alternativ synthetisches Material, wie beispielsweise ein Teflon- oder Kunststoffschlauch verwendet. Außerdem werden in gefäßchirurgischen Behandlungszentren Plaques durch offene Operationstechniken entfernt (z.B. an der Halsschlagader).

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