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Bauchschmerzen

Wie Schmerzen entstehen


Bauchschmerzen - Wie Schmerzen entstehen Erkrankungen der inneren Organe lösen häufig Schmerzen aus. Schmerz entsteht bei Entzündung, Überdehnung oder verringerter Durchblutung der Organe oder bei Verschluss oder Verstopfung beispielsweise der Gallengänge oder Harnwege. So genannte Schmerzrezeptoren an den Organen nehmen diese Vorgänge wahr und leiten ein Signal weiter, das über Nervenbahnen zunächst zum Rückenmark und dann an das Gehirn weitergegeben wird. In der Hirnrinde wird das Schmerzsignal verarbeitet. Dadurch entsteht eine Schmerzempfindung. Der Schmerz, der von einem inneren Organ ausgeht (Tiefenschmerz, viszeraler Schmerz oder „Eingeweideschmerz"), wird als dumpf und großräumig empfunden.

Häufig findet im Rückenmark auch eine Erregungsübertragung auf Hautnerven statt, die zu demselben Körpersegment gehören wie das betroffene Organ. Dadurch entsteht eine Schmerzempfindung in den entsprechenden Hautzonen (Head-Zonen). Dieser wird als übertragener beziehungsweise projizierter Schmerz bezeichnet.

Es ist auch möglich, dass Schmerzen auch andere Körperregionen betreffen. Beispielsweise strahlt eine Gallenkolik in die rechte Schulter aus, eine Nierenkolik in die Leisten- und Genitalgegend und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen in den Rücken. Umgekehrt können sich auch Erkrankungen anderer Organe, z. B. der Lunge (Lungenembolie) oder des Herzens (Herzinfarkt), im Bauchraum bemerkbar machen.

Wenn der Bauch schmerzt, handelt es sich also erst einmal um ein körperliches Gefühl. Oft ist jedoch auch die Seele beteiligt, denn neben vielen Organen liegt im Bauchraum auch ein großes Nervengeflecht, das die Organe des Verdauungssystems durchzieht: das so genannte enterische Nervensystem. Es wird auch als Bauchhirn oder Zweites Gehirn bezeichnet. Mit der Aufgabe, die Verdauung zu steuern, über den Zustand des Verdauungssystems mit dem Gehirn zu kommunizieren und Abwehrzellen im Darm zu organisieren, sind mehr Nervenzellen betraut als im gesamten Rückenmark zu finden sind.

Neueste Forschungen zeigen, dass seelische Vorgänge und das Verdauungssystem über das Bauchhirn eng verknüpft sind. Auch kleinere Nervengeflechte, wie das Sonnengeflecht (Solar plexus), beeinflussen bestimmte Funktionen der inneren Organe, beispielsweise die Anspannung oder Erschlaffung der Magen- und Darmmuskeln. Bestimmte Lebenssituationen können also „auf den Magen schlagen" oder „Bauchweh verursachen". Bei chronischen Schmerzen können neben Körper und Seele zusätzlich soziale Faktoren eine Rolle spielen.

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