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Bauchspeicheldrüsenentzündung

Behandlung


Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Nichtoperative Behandlung

Für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse gibt es bisher noch keine Behandlung, die die eigentliche Ursache der Entzündung beseitigen würde. Behandelt werden deshalb in erster Linie die Auswirkungen und Komplikationen der Erkrankung. Außerdem können die Patienten mit einer Umstellung ihrer Lebensweise dazu beitragen, die Auslöser zu vermeiden.

Die Behandlung einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse erfolgt im Krankenhaus, in schweren Fällen auf der Intensivstation. Patienten mit einem Kreislaufschock erhalten Blutkonserven, um den Blutdruckabfall auszugleichen. Bei starken Schmerzen verabreicht der Internist krampflösende Medikamente und Schmerzmittel. Da die Medikamente häufig in hohen Dosen eingenommen werden müssen, können sie Schwindel, Benommenheit, Übelkeit und Atemschwäche auslösen.

Um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten, sollten Patienten für einige Zeit keine Nahrung zu sich nehmen. Bei einer leichten Entzündung reichen hierfür in der Regel 2-5 Tage. Eventuell ist das Absaugen von Magensaft über eine Sonde notwendig. Die Ernährung und Flüssigkeitszufuhr erfolgt zunächst über das Blut (parenterale Ernährung), gegebenenfalls später über eine Dünndarmsonde. Später können Patienten Tee, Reisschleim und Zwieback zu sich nehmen. Fetthaltige Nahrung ist erst nach 2-3 Wochen in kleinen Mengen erlaubt, Alkohol ist auf Dauer verboten.

Wenn sich die Laborwerte normalisiert haben, werden die Patienten über leichte Schonkost langsam wieder an eine normale Ernährung gewöhnt. Eventuell empfiehlt der Internist vorübergehend Enzympräparate zur Unterstützung des Verdauungsprozesses. Tabu bleiben während der Therapie auf alle Fälle Alkohol, Nikotin, Kaffee und fettreiche Kost.

Besteht bei einer schweren Entzündung der Bauchspeicheldrüse die Gefahr einer Infektion, wird der Internist ein Antibiotikum verabreichen. Manchmal kann er die Infektionsquelle auch mittels Punktion beseitigen.

Gallensteine im Hauptgallengang entfernt der Arzt mittels Endoskopie (ERCP). Große Steine werden vorher mit einer so genannten extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) zerstört. Dabei werden Ultraschallwellen auf den Stein gerichtet und so gebündelt, dass ihn die hohe Energie der Schallwellen zertrümmert.

Operative Behandlung

Bei einer schweren Entzündung reichen diese Maßnahmen häufig nicht aus. Besonders wenn bereits viel Gewebe abgestorben ist, muss dieses durch eine Operation entfernt werden. Bei etwa 5% der Patienten hinterlässt eine abgeklungene Entzündung einen Hohlraum (Zyste) in der Bauchspeicheldrüse. Er kann sich leicht entzünden und wird daher oft operativ entfernt.

 

Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Nichtoperative Therapie

Entscheidend für den Behandlungserfolg ist, dass die Patienten zeitlebens auf Alkohol verzichten. In der Regel gehen die Beschwerden bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung bereits zurück, sobald die Patienten weniger essen. Außerdem müssen sie zu jeder Mahlzeit Verdauungsenzyme und die Vitamine A, D, E und K hinzufügen, um die verminderte Bildung von Verdauungsenzymen ausgleichen. Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin, müssen die Patienten den Insulinmangel über Insulinspritzen ausgleichen. Sie sollten sich dabei regelmäßig von ihrem Internisten untersuchen lassen.

Schwere Schübe behandelt der Internist ähnlich wie bei einer akuten Entzündung (s. oben). Gallengangsteine kann er werden wie bei einer akuten Entzündung endoskopisch mittels ERCP entfernen. Größere Zysten werden über eine Drainage in den Magen oder den Darm Organe entleert. Ebenfalls endoskopisch kann der Internist Engstellen in den Bauchspeicheldrüsen- und Gallengängen dehnen und durch Prothesen überbrücken.

Chirurgische Therapie

Helfen diese Behandlungsmethoden nicht, bleibt als Alternative eine Operation. So kann der Operateur bei Verengungen der Ausführgänge den Druck in der Bauchspeicheldrüse und damit auch die Schmerzen verringern. Er legt dazu eine künstliche Verbindung zwischen dem Dünndarm und der äußeren Bauchdecke an (Drainage). Als letztem Ausweg kann der Operateur die Bauchspeicheldrüse teilweise oder vollständig entfernen.

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