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Lyme-Borreliose

Übertragung von Borreliose


Übertragung der Borreliose durch ZeckenVerantwortlich für die Ausbildung des Krankheitsbilds der Lyme-Borreliose ist das Bakterium Borrelia burgdorferi. Dieser Vertreter der Bakterienfamilie der Spirochaeten (Schraubenbakterien) ist wie eine unregelmäßige Spirale geformt, groß und beweglich und wurde nach seinem Entdecker Willy Burgdorfer benannt, der die Bakterein erstmals 1982 bei Patienten aus der Ortschaft Lyme (gesprochen: laim) im US-Bundesstaat Connecticut nachgewiesen hat.

Durch den Stich verschiedener Zeckenarten und in selteneren Fällen auch anderer blutsaugender Insekten können diese Bakterien in die menschliche Haut und den Blutkreislauf gelangen, wo sie sich weitervermehren und in der Folge verschiedene Organsysteme befallen können. Die zu den Spinnentieren zählenden Zecken nehmen bei Blutmahlzeiten an wild lebenden Tieren (Nagetiere, Rotwild) den Erreger auf, ohne jedoch selbst zu erkranken. Da die Aufnahmewahrscheinlichkeit mit jeder Blutmahlzeit wächst, sind Larven am seltensten und ausgewachsene Zecken (Adulte) am häufigsten Träger von Borrelien. Zecken machen 3 Entwicklungsstadien durch: Larve (3 Beinpaare), Nymphe und erwachsene Zecke (je 4 Beinpaare). In jedem Stadium sticht das einzelne Tier nur einmal, wobei vor allem die weiblichen Adulten auf ein mehrfaches ihrer "nüchternen" Körpergröße anschwellen.

In Deutschland sind je nach Region und Entwicklungsstadium etwa 5-35% der Zecken mit Borrelien befallen, wobei ausgewachsene Tiere im Durchschnitt zu 20%, Nymphen zu 10% und Larven nur zu etwa 1% infiziert sind. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung durch Borrelien-haltige Zecken hängt vor allem mit der Dauer des Saugaktes zusammen: Liegt diese unter 24 Stunden ist das Übertragungsrisiko gering, bei längerer Dauer steigt es jedoch auf 10–25% an.

In Deutschland ist nach bisherigen Erkenntnissen nach einem Zeckenstich bei 1,5–6% der Betroffenen mit einer Infektion (einschließlich der klinisch unauffälligen Fälle) und bei 0,3–1,4 % mit einer tatsächlichen Erkrankung zu rechnen. In der Mehrzahl tritt diese als so genannte Wanderröte (Erythema migrans) auf, in etwa 10% der Erkrankungen kann es unbehandelt jedoch zu ernsthafteren Komplikationen, Folgeerkrankungen und Spätschäden kommen.

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