
Husten (chronisch)
Husten ist ein Phänomen, das uns im Alltag oft begegnet. Meist beginnt er ganz harmlos: Man spürt einen Klos im Hals, hustet gelegentlich und fühlt sich tagsüber ein bisschen angeschlagen. Husten ist zunächst einmal ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers, um die Atemwege von Fremdkörpern, Staub oder Schleim zu befreien. Erst wenn Fieber hinzu kommt oder der Husten immer stärker wird, gehen die Betroffenen zum Arzt. Allerdings sollte man einen Arztbesuch nicht zu lange hinauszögern. Denn Husten ist zwar keine Krankheit, er kann aber ein Anzeichen für ernsthaftere Krankheiten und damit ein Alarmzeichen sein.
Husten ist ein komplizierter Vorgang im Körper, bei dem verschiedene Organe zusammen wirken: Wenn ein Krümel oder Staubkorn in den Kehlkopf oder die tieferen Atemwege gelangt, legen sich die Stimmbänder sofort unter starker Muskelanspannung aneinander, was zu einem reflexartigen Hustenreiz führt. Wie beim Einatmen wird das Zwerchfell angespannt und senkt sich. Die Lunge folgt dieser Bewegung, dehnt sich nach unten aus und saugt Luft von außen ein. Kurz vor Auslösung des Hustenstoßes wird der Kehldeckel verschlussartig über die Luftröhre abgesenkt, gleichzeitig werden die Bauchmuskeln angespannt. Dadurch wird das Zwerchfell nach oben geschoben, so dass der Druck im Brustraum ansteigt und sich ein Überdruck aufbaut. Mit einem kräftigen Ausatmungsstoß wird dann die verschlossene Stimmritze aufgesprengt und der Fremdkörper aus den unteren Atemwegen nach oben gerissen und zurück in den Rachen geschleudert. Dabei kann der Luftstrom eine Geschwindigkeit nahe der Schallgrenze erreichen. Man hört ein mehr oder weniger lautes Hustengeräusch. Auch das Aushusten von Luftröhrensekret und das Räuspern beruhen auf diesem Reflexmechanismus.
Die Schleimhaut der Atemwege stellt mit ihren Flimmerhärchen und dem wässrigen Schleim, der sie bedeckt, ein effektives Reinigungssystem der Luftwege dar. Dieses kann allerdings durch Krankheitserreger oder durch Schadstoffe geschädigt werden. Durch Entzündungsreaktionen schwllen die Schleimhäute an und bilden vermehrt Schleim, um die Erreger besser abtransportieren zu können. Allerdings verkleben Abfallstoffe, wie zum Beispiel Eiter, die Flimmerhärchen miteinander. Dadurch können die Härchen Fremdstoffe nicht mehr nach draußen transportieren. In der Folge sammelt sich immer mehr Schleim an, der die Hustenfühler des Körpers reizt und zu noch mehr Husten führt.
Wenn die Flimmerhärchen in ihrer Funktion gestört oder zerstört sind, z. B. durch Zigarettenrauchen oder einen grippalen Infekt, verstärkt sich der Husten. Nicht nur, weil die Hustenfühler vermehrt „Meldung machen", dass Fremdkörper im Schleim stecken. Sondern vor allem, weil nun der Husten nun anstelle der geschädigten Flimmerhärchen als Ersatzmotor die Bronchien reinigen muss.
Husten zählt zu den häufigsten Krankheitsbeschwerden, aufgrund derer Patienten einen Lungenfacharzt (Pneumologen) aufsuchen. Auch in internistischen Praxen ist Husten der 3.-häufigste Grund für einen Arztbesuch.
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