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Leberzirrhose

Auswirkungen & Komplikationen


Durch den Umbau der Leber und eine verminderte Durchblutung wird nur noch ein Teil des Blutes aus dem Magen/Darmtrakt durch die Leber geleitet und entgiftet. Die Haut und Bindehäute verfärben sich gelb und es treten Störungen der Hirnleistung, Gedächtnisstörungen, Bewusstseinstrübungen, psychische Veränderungen und Leberkoma auf. Außerdem kann es zu Blutungen kommen, da die geschädigte Leber nicht genügend Faktoren für die Blutgerinnung erzeugt. Als weiteres Problem haben Leberzirrhose-Patienten oft einen gestörten Kohlenhydratstoffwechsel und zu hohe Insulin-Werte.

Folgende Komplikationen kommen bei einer Leberzirrhose häufig vor und müssen sofort behandelt werden:

Hepatische Enzephalopathie

Die hepatische Enzephalopathie ist eine häufige Komplikation der Leberzirrhose. Giftige Abbauprodukte aus dem Eiweißstoffwechsel bleiben bei fehlender Entgiftung durch die Leber im Blut und schädigen das Gehirn (z. B. Ammoniak). Die Enzephalopathie kann anfangs völlig symptomlos und nur durch psycholometrische und psychologische Tests erfassbar sein. Zu den Krankheitszeichen gehören:

  • Konzentrationsstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Längere Reaktionszeiten
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Veränderungen des Schriftbildes  
  • Krankhafte Schläfrigkeit
  • Bewusstseinsverlust

Im Endstadium kommt es zum Leberausfallkoma. Bei einer geeigneten Behandlung kann sich die Gehirnschädigung jedoch auch wieder zurückbilden.

Pfortaderhochdruck (portale Hypertension)

Bei einer Leberzirrhose staut sich das Blut vor der vernarbten Leber. Dadurch steigt der Druck in der Pfortader, was zur Bildung neuer Blutgefäße (Krampfadern) führt. Diese können Ursache für schwere, lebensgefährliche Blutungen z. B. aus Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) sein oder zu Blutungen aus Hämorrhoiden führen. 

Bauchwassersucht (Aszites)

Die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle stellt eine weitere Komplikation dar. Bauchschmerzen und erschwerte Atmung sind die Folge. Lebensbedrohlich wird die Situation, wenn es in Folge zu einer Infektion des Bauchfells kommt oder die Nieren versagen.

Leberkrebs

Eine Leberzirrhose birgt eine deutlich erhöhte Gefahr für Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom). Ein besonders hohes Risiko haben Patienten, bei denen sich die Zirrhose aus einer chronischen Hepatitis B oder C oder einer Hämochromatose entwickelt hat.

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