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Leberzirrhose

Behandlung der Leberzirrhose


Die Behandlung hängt in erster Linie von der der Zirrhose zu Grunde liegenden Erkrankung ab. Es gibt jedoch zurzeit noch keine Medikamente, mit denen die übersteigerte Bildung von Bindegewebe bei einer Leberzirrhose behandelt werden kann. Auch für viele Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen gibt es noch keine ursächlichen Therapiemöglichkeiten.

In vielen Fällen kann Ihr Internist die Zerstörung der Leber aufhalten, wenn er die Ursachen kennt. Bereits eingetretene Schäden kann er jedoch nicht wieder rückgängig machen. In schweren Fällen und bei fortgeschrittener Erkrankung ist deshalb eine Lebertransplantation die einzige Chance auf Heilung.

In jedem Fall sollten Patienten möglicherweise leberschädigende Substanzen meiden und Medikamente nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen. Patienten mit alkoholbedingter Leberzirrhose sollten auf Alkohol konsequent verzichten und ihre Alkoholkrankheit behandeln lassen. Die Entscheidung zum Alkoholentzug muss in jedem Fall vom Betroffenen selbst ausgehen. Angehörige können unterstützend auf den Patienten einwirken und Kontakte zu Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen oder Therapiezentren herstellen.

Wichtig sind auch eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung sowie die Förderung des Stuhlgangs, um den Körper von Giftstoffen zu befreien. Bei einer Fettleber sollten übergewichtige Patienten ihre Lebensweise ändern und durch fettarme Ernährung und Kalorienreduktion ihr Gewicht vermindern. Eine spezielle Leberdiät ist bei fehlenden Komplikationen und normalem Ernährungszustand aber nicht sinnvoll. Auch so genannte Leberschutzpräparate haben keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Nutzen.

Rasch auftretende Bauchwassersucht, hepatische Enzephalopathie oder eine Speiseröhren-Magen-Darm-Blutung sind lebensbedrohliche Komplikationen und müssen sofort in einer Klinik behandelt werden:

  • Die Flüssigkeit bei einer Bauchwassersucht kann durch harntreibende Medikamente (Diuretika) ausgeschwemmt werden. Außerdem sollten Patienten auf eine natriumarme Ernährung (max. 3 Gramm pro Tag) achten. Bei großen Flüssigkeitsmengen oder wenn die Diuretika nicht wirken, kann die Flüssigkeit auch durch eine Punktion abgelassen werden.

  • Eine Entzündung im Bauchraum muss mit Antibiotika behandelt werden.

  • Bei einer hepatischen Enzephalopathie ist es das Ziel, die Giftstoffe im Blut zu verringern. Dazu sollte der Patient weniger Eiweiß über die Nahrung zu sich nehmen, durch verstärkte Aufnahme von Kohlenhydraten den Eiweißstoffwechsel verringern und mit Hilfe von Laktulose die Ausscheidung von Ammoniak aus dem Darm zu verbessern. Durch eine Antibiotika-Gabe kann darüber hinaus der Darm gereinigt werden.

  • Eine Blutung aus Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) kann der Gastroenterologe durch Veröden oder Anbringen von Gummibandligaturen während einer Magenspiegelung (Gastroskopie) stillen. Außerdem wird er versuchen, den Blutverlust durch die Gabe von Blutkonserven auszugleichen. Mit Hilfe von Medikamenten kann er darüber hinaus den Druck in den Krampfadern senken und so die Gefahr von erneuten Blutungen verringern.

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