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Leberzirrhose

Ursachen & Risikofaktoren einer Leberzirrhose


Eine über Jahre oder auch Jahrzehnte bestehende chronische Lebererkrankung ist die Voraussetzung für die Entstehung einer Leberzirrhose. Viren, giftige Stoffe oder Stoffwechselkrankheiten zerstören dabei die Leberzellen. Dadurch werden Entzündungszellen aus dem Blut angelockt, die in die Leber einwandern und sie zusätzlich schädigen. Im weiteren Verlauf sterben Leberzellen ab und werden durch Bindegewebs- und neue Leberzellen ersetzt.

Alkohol: Ursache einer LeberzirrhoseIn Europa und den USA entstehen 60% der Leberzirrhose-Fälle durch übermäßigen Alkoholgenuss. Ein täglicher Konsum von ca. 40 Gramm Alkohol beim Mann und 20 Gramm Alkohol bei der Frau können die Leber bereits unwiederbringlich schädigen. Über 30% der Leberzirrhosen gehen auf eine Virushepatitis vom Typ B, oder C zurück.

Andere Ursachen für eine Leberzirrhose sind seltener. Dazu gehören Stoffwechselerkrankungen, autoimmune Leberentzündungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Herzprobleme und Infektionskrankheiten:

 

Stoffwechselerkrankungen

Hämochromatose

Diese Erbkrankheit tritt meist bei Männern (seltener bei Frauen) im höheren Lebensalter auf und ist durch eine erhöhte Eisenspeicherung im Körper gekennzeichnet. Das überschüssige Eisen wird in verschiedenen Organen abgelagert und schädigt auch die Leber.

Antitrypsin-Mangel (Alpha-1-Proteinase-Inhibitor-Mangel)

Eine Erbkrankheit, bei der verstärkt elastisches Gewebe durch Proteinasen abgebaut wird. Durch die Erkrankung, bei der ein verändertes Eiweißmolekül (Anti-Proteinase) in den Leberzellen gebildet wird und nicht ausgeschleust werden kann, werden diese zerstört, so dass eine Leberzirrhose entsteht.

Mukoviszidose

Die häufigste vererbte Stoffwechselstörung ist durch eine Funktionsstörung schleimproduzierender Drüsen gekennzeichnet. Die Drüsen produzieren in der Lunge und im Verdauungstrakt mehr und zähflüssigeres Sekret. Dieses Sekret kann schlecht vom Körper abtransportiert werden und zerstört dadurch das Organgewebe.

Morbus Wilson

Bei dieser vererbbaren Erkrankung kann Kupfer nicht ausreichend aus dem Körper ausgeschieden werden. Das Metall reichert sich in verschiedenen Organen an. Eine Leberzirrhose, Gedächtnisstörungen, Zittrigkeit und Psychosen können die Folge sein.

 

Immunbedingte Entzündungen

Autoimmunhepatitis

Die Erkrankung betrifft meist Frauen. Die Ursache dieser Form der Leberentzündung ist unbekannt. Im Körper der Patienten werden Abwehrstoffe (Antikörper) gegen körpereigenes Gewebe (Autoantikörper) gebildet. Diese werden jedoch nicht als Auslöser der Erkrankung angesehen.

Primäre biliäre Zirrhose (PBC)

Die PBC wird hervorgerufen durch eine chronische Entzündung der Gallenwege (Cholangitis) deren Ursache ebenfalls unbekannt ist. Auch hier sind in über 95% der Fälle Antikörper nachweisbar, was auf eine Autoimmunerkrankung hindeutet.

Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)

Die PSC ist eine chronisch verlaufende Krankheit, bei der sich entzündliche Narben an den mittleren und größeren Gallengängen bilden. Dadurch entsteht ein „Gallestau" und die Gallengänge gehen langsam zugrunde, was zu einer Leberzirrhose führen kann.

 

Weitere Ursachen

Bei lang andauerndem Gebrauch können manche Medikamente sowie Chemikalien zu einer Schädigung des Lebergewebes führen. Direkte Lebergifte sind z. B. Polyvinylchlorid (PVC) sowie die Lösungsmittel Tetrachlorkohlenstoff und Benzol. Pilze, wie z. B. Knollenblätterpilze, können die Leber akut massiv schädigen und zu Leberversagen führen.

Chronische Rechtsherzschwäche

Ist die Pumpleistung der rechten Herzkammer zu schwach, staut sich das Blut im Körperkreislauf zurück. Der dadurch ausgeübte erhöhte Druck in der Leber zerstört das Lebergewebe und kann zu einer Leberzirrhose führen.

Budd-Chiari-Syndrom

Sind die Lebervenen von Geburt an oder im späteren Leben durch Thrombosen oder Tumore verschlossen, kann es zu einer Leberzirrhose kommen.

Bilharziose

In tropischen Ländern ist eine Infektion mit den Saugwürmern eine der Hauptursachen für eine Leberzirrhose. Die Larven gelangen durch verunreinigtes Wasser durch die Haut in die Blut- oder Lymphbahn und entwickeln sich in der Leber zu ausgewachsenen Würmern. Zusätzlich können deren Eier die Pfortader verstopfen und damit das Lebergewebe schädigen.

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