Systemischer Lupus erythematodes
Anzeichen & Symptome
Ein systemischer Lupus erythematodes kann viele unterschiedliche Symptome auslösen. Das Krankheitsbild ist dementsprechend vielfältig und die Erkrankung verläuft individuell sehr unterschiedlich. So kann sie plötzlich oder ganz langsam einsetzen sowie in Schüben oder konstant über viele Jahre verlaufen.
Oft beginnt ein systemischer Lupus erythematodes nur mit allgemeinen Symptomen wie Müdigkeit, allgemeiner Abgeschlagenheit, Fieber, Gewichtsverlust oder Lymphknotenschwellungen. Langsam zunehmende oder plötzlich auftretende Hautausschläge lichtexponierter Hautpartien (Gesicht, Dekolletee) sind typisch - insbesondere, wenn die Haut der Sonne ausgesetzt ist. Nach einiger Zeit kommen meist auch Gelenkbeschwerden hinzu.
Gelenke und Muskeln
Beinahe jeder Lupus-Patient leidet unter Gelenkbeschwerden. Hierzu zählen schmerzhafte Entzündungen großer und kleiner Gelenke (Arthritis) sowie der Muskeln (Myositis). Außerdem kann das Bindegewebe der Gelenke, Sehnen und Muskeln "schwach" werden, was zu Deformationen oder Fehlstehlungen führen kann, beispielsweise zu einer Z-förmigen Deformation des Daumens (Lupusarthropathie).
Haut
Bei 3 von 4 Lupus-Patienten befällt die Erkrankung auch die Haut. Die typische schmetterlingsförmige Hautveränderung im Nasen- und Wangenbereich (Erythem) wird durch Sonnenbestrahlung verstärkt. Auch an anderen Stellen des Körpers können Hautausschläge auftreten.
Bauchraum und Lymphknoten
Das Bauchfell kann entzündet sein (Peritonitis), was sich durch Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen äußert.
Lunge
Eine Entzündung des Rippen- oder Lungenfells (Pleuritis) tritt bei 3 von 4 Lupus-Patienten auf. Flüssigkeitsansammlungen verursachen dann starke Schmerzen beim Atmen. Die Lunge kann im Laufe der Erkrankung durch Entzündung an Elastizität verlieren (Lungenfibrose), was Luftnot bei Anstrengung verursachen kann.
Nieren
Bei etwa der Hälfte der Erkrankungen kommt es zu einer Nierenentzündung, so dass im Urin Blut und Eiweiß ausgeschieden wird. Wird eine solche Lupusnephritis nicht behandelt, verlieren die Nieren ihre Funktionsfähigkeit, die Patienten müssen dann regelmäßig zur Blutwäsche (Dialyse). Der Verlauf eines Lupus hängt bei einer Beteiligung der Nieren davon ab, ob die Nierenentzündung auf die Therapie anspricht.
Herz
Entzündliche Veränderungen des Herzbeutels, der Herzinnenhaut sowie eine Herzmuskelentzündung können auftreten.
Zentrales Nervensystem
Bei ca. 10 bis 15% der Patienten führt Lupus zu Veränderungen im Gehirn: epileptische Anfälle, migräneähnliche Kopfschmerzen, Koordinationsstörungen, psychische Veränderungen (Depressionen, Psychosen etc.), unkontrolliertes Zittern und Krämpfe können die Folge sein.
Blutbild
Etwa jeder 2. Lupus-Patient hat zu wenig weiße und/oder rote Blutkörperchen, manchmal auch zu wenig Blutplättchen im Blut. Dadurch entsteht eine Blutarmut (Anämie) oder eine erhöhte Neigung zu Blutungen.
Gefäße
Bei Entzündungen der kleinen Hautgefäße (Vaskulitis) kommt es zu Einblutungen (rote Punkte bis Flecken) der Haut, z.B. an den Unterschenkeln, an den Händen, Fingern und den Fingernägeln oder auch an Schleimhäuten (insbesondere im Mund). Ein "Gefäßkrampf" der Finger als Reaktion auf kalte Temperaturen kann ein erstes Anzeichen für Lupus sein. Die Finger verfärben sich dadurch weiß oder bläulich (Raynaud-Syndrom).
Augen
Wenn sich die Blutgefäße am Augenhintergrund entzünden, kann es zu Schleiersehen und Gesichtsfeldausfällen kommen.
Speichel- und Tränendrüsen
Bei manchen Lupus-Patienten bilden die Speichel- und Tränendrüsen zu wenig Sekret (Sjögren-Syndrom).
Haare
Bei manchen Patienten fallen die Haare auf einer kreisrunden Fläche aus.


