Systemischer Lupus erythematodes
Besonderheiten bei Schwangeren
Bei systemischem Lupus erythematodes birgt eine Schwangerschaft das Risiko, dass ein neuer Krankheitsschub ausgelöst wird. Früher wurde Lupus-Patientinnen daher von einer Schwangerschaft abgeraten. Heute weiß man, dass eine Schwangerschaft, meist auch bei Lupus-Patientinnen komplikationslos verläuft, wenn sie gut geplant und überwacht wird. Dennoch ist eine solche immer eine Risikoschwangerschaft und muss sorgfältig beobachtet werden. Die Behandlung der Erkrankung sollte bei einem Kinderwunsch auf die Schwangerschaft abgestimmt werden. Um das Risiko für Mutter und Kind gering zu halten, sollte eine Schwangerschaft möglichst erst in einer krankheitsstabilen, d. h. einer mindestens 6 Monate lang schubfreien Phase begonnen werden.
Fehl- und Frühgeburten kommen bei Lupus-Patientinnen etwa häufiger vor als bei gesunden Frauen (Antiphospholipidsyndrom). Bestimmte Antikörper (Ro-Antikörper oder Anti-SS-A-Antikörper) können auf das Kind übertragen werden, wodurch die Gefahr besteht, dass das Kind nach der Geburt vorübergehend unter Lupus-typischen Hautveränderungen oder auch bleibenden Herzrhythmusstörungen leidet. Je nachdem, welche Antikörper bei einer Patientin auftreten, können auf Lupus spezialisierte Ärzte bestimmte Komplikationen gut vorhersehen.
Lupus-Patientinnen mit einer Nierenbeteiligung oder mit einem Antiphospholipidsyndrom neigen auch zur so genannten "Schwangerschaftsvergiftung", einer Stoffwechselerkrankung mit hohem Blutdruck, Eiweiß im Urin und Neigung zu Thrombosen. Bei schwerem Krankheitsverlauf und bei bestimmten Therapien wird Lupus-Patientinnen daher von einer Schwangerschaft abgeraten.


