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10.08.2007

Teure Urintests zur Erkennung von Prostatakrebs nicht empfohlen

Zurzeit werden in Europa und USA mehrere Harntests zur möglichen Früherkennung eines Prostatakarzinoms entwickelt und in klinischen Studien erprobt. Einige Tests sind bereits auf dem Markt erhältlich und werden zum Teil massiv beworben. Sie versprechen eine Diagnose "Prostatakrebs" im Frühstadium mit hoher Treffsicherheit sogar ohne operative Entnahme einer Gewebeprobe.

Einige der neuen Tests setzen auf veränderte Eiweiße, die Prostatakrebs anzeigen, bevor er Beschwerden verursacht. Ein anderer Test misst die erhöhte Ausschüttung eines Gen-Abkömmlings, der von Krebszellen verstärkt gebildet und in den Urin abgegeben wird.

Zuverlässigkeit der Tests ist noch nicht bewiesen

Obwohl es sich tatsächlich um brauchbare Testverfahren handeln könnte, sehen Experten vom Urologischen Netzwerk Bonn diese Tests aufgrund der dünnen Datenlage und eigener Erfahrungen als sehr problematisch an. Allein die dafür nötige Konservierung von Eiweißstoffen im Urin sei ein erheblicher Unsicherheitsfaktor. Zudem werden diese Urintests dem Patienten zu hohen Preisen angeboten: Ein solcher Test kostet mehrere Hundert Euro, die der Patient in der Regel selbst bezahlen muss.

Es gibt bislang noch keine wissenschaftlich haltbaren Beweise, dass diese Tests ein Prostatakarzinom besser vorhersagen können, als regelmäßige PSA-Bestimmungen, klinische und Ultraschalluntersuchungen sowie die nicht zu unterschätzende Erfahrung eines Arztes. „Im Moment können die Tests eine Gewebeprobe aus der Prostata nicht ersetzen. Nur eine solche Biopsie erlaubt eine endgültige Diagnose", bestätigt auch Dr. Wolf von Römer vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Je früher er erkannt wird, desto höher ist die Chance auf Heilung. Zur Früherkennung von Prostatakrebs wird Männern ab dem 45. Lebensjahr einmal im Jahr ein PSA-Test für rund 25 Euro empfohlen. PSA ist ein Eiweiß und wird ausschließlich in der Prostata gebildet. Bei Erkrankungen der "Vorsteherdrüse" wird dieses Protein vermehrt an das Blut abgegeben. Ein erhöhter PSA-Spiegel im Blut ist somit auch ein Warnhinweis auf Prostatakrebs, erlaubt aber keine eindeutige Diagnose.

Verschiedene Nachrichten zu Prostata finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu/

 



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