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14.08.2007

Selen-Präparate erhöhen Gefahr von Diabetes

In der Studie wurden insgesamt 1.202 Menschen über 7 Jahre lang entweder mit einem Scheinmedikament (Plazebo) oder mit 200 Millionstel Gramm Selen behandelt. Am Ende der Untersuchung stellten die Wissenschaftler bei 58 der 600 mit Selen behandelten Studienteilnehmer einen Typ-2-Diabetes fest. Im Vergleich dazu litten nur 39 von 602 Probanden aus der Plazebo-Gruppe an Diabetes. Durch die Einnahme von Selen stieg das Diabetes-Risiko also um 55%.

Selen wird eine positive Wirkung bei rheumatoider Arthritis, Gürtelrose und Multipler Sklerose nachgesagt. Außerdem wird es zur Behandlung von Krebserkrankungen, Impotenz und Alterserscheinungen angepriesen. Generell gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege für den angeblichen Nutzen des Nahrungsergänzungsmittels. „Im Gegenteil, die Studie zeigt vielmehr, dass eine dauerhafte Einnahme von Selen gefährlich sein kann", sagt Prof. Eberhard Standl vom Berufsverband Deutscher Internisten. „Eigentlich ist eine Einnahme der Substanz auch gar nicht nötig, denn in der Regel enthält unsere Nahrung ausreichend Selen", so der Diabetologe.

Selen ist ein Spurenelement, das natürlicherweise im Boden und in der Nahrung vorkommt. Der Körper benötigt winzige Mengen für verschiedene Stoffwechselvorgänge: Experten empfehlen eine Menge von täglich 55 Millionstel Gramm. Die meisten Nahrungsergänzungsmittel und Multi-Vitamin-Präparate enthalten zwischen 30 und 300 Millionstel Gramm Selen. Wer regelmäßig solche Mittel zusätzlich zur normalen Ernährung  einnimmt, überschreitet also leicht die empfohlene Selen-Menge.

Quelle: Annals of Internal Medicine 2007, 147:S. 217-223

Verschiedene Nachrichten zu Diabetes finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu/

 



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