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06.01.2011

Diabetes bei Herzpatienten zu spät erkannt

Diabetes und Herzerkrankungen hängen nach Expertenangaben eng zusammen. „Der Zusammenhang ist wissenschaftlich längst bewiesen, doch zu oft wird der Diabetes nicht rechtzeitig erkannt - schließlich tue Diabetes nicht weh“, erläuterte Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg Anfang Dezember auf einer Tagung in Berlin, deren Veranstalter die Herz- und Diabeteszentren Karlsburg in Ostvorpommern und Bad Oeynhausen in Nordrhein-Westfalen waren. 300 Herz- und Diabetesspezialisten nahmen teil.

In Karlsburg werde bei jedem Herzpatienten nach Diabetes gefahndet und umgekehrt bei jedem Diabetiker nach Gefäßerkrankungen, berichtete Motz. Zwei Drittel aller Herzpatienten haben Studien zufolge Diabetes oder einen gestörten Glukosestoffwechsel. Im Klinikum Karlsburg seien Motz zufolge mit der Herz- und der Diabetesklinik hervorragende Schnittstellen gegeben, um beide Erkrankungen gut behandeln zu können. Solche Schnittstellen müssten auch zwischen Haus- und Facharzt, Facharzt und Klinik noch besser funktionieren, mahnte Motz.

Die Dunkelziffer der Menschen über 55 Jahren, die vom Typ-2- Diabetes und seinen Vorstufen betroffen sind, sei enorm hoch, erklärte Diethelm Tschöpe, Direktor in Bad Oeynhausen und Vorsitzender der Stiftung Der herzkranke Diabetiker. Dabei sei es für die Betroffenen wichtig, rechtzeitig die richtige Therapie zu beginnen und vor allem die Lebensweise umzustellen. Ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung mit wenig Cholesterin und mehr ungesättigten Fettsäuren sowie Nikotinverzicht seien lebenswichtig. Die Stiftung unterstütze deshalb die Aufklärung unter Ärzten und der Bevölkerung.

Dennoch befürchtet Tschöpe: „Es kommt ein Tsunami auf uns zu, die Kosten für das Gesundheitssystem sind gigantisch.“ Waren vor fünf Jahren 25 Milliarden Euro zur Behandlung des Diabetes und der Folgeerkrankungen in Deutschland notwendig, könnten 2010 die prognostizierten 40 Milliarden Euro überschritten werden.

Quelle: dpa 



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