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24.08.2007

Neue Behandlungsmöglichkeiten bei Morbus Crohn

Der Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha) ist ein wichtiger Botenstoff, der bei Entzündungen freigesetzt wird. Seit einiger Zeit sind Wirkstoffe auf dem Markt, die die Wirkung von TNF-alpha blockieren. Diese so genannten Biologika werden bislang vor allem zur Behandlung rheumatoider Erkrankungen, wie z. B. der Arthritis, eingesetzt.

Neben Infliximab ist seit Juni ein weiterer TNF-alpha-Blocker, Adalimumab, zur Behandlung von Morbus-Crohn-Patienten zugelassen, die auf eine Standardtherapie nicht ansprechen oder diese nicht vertragen. Mehrere Studien waren zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass mit Adalimumab bei mehr Patienten die Beschwerden zurückgegangen waren als bei Patienten, die mit einem Scheinmedikament (Plazebo) behandelt worden waren. Ein weiterer Vorteil ist, dass es einfach unter die Haut gespritzt wird, so dass sich Patienten den Wirkstoff mit einem Pen auch selbst injizieren können. Infliximab muss dagegen vom Arzt als Infusion gegeben werden.

Weiterer Wirkstoff wird erprobt

In 2 weiteren Studien untersuchten Wissenschaftler die Wirksamkeit eines weiteren TNF-alpha-Hemmers, Certolizumab pegol. Dabei wurden die Patienten entweder mit dem Wirkstoff oder mit einem Scheinpräparat behandelt. Im Vergleich schnitt Certolizumab pegol zwar nur geringfügig besser ab als das Scheinmedikament. Wurden jedoch gezielt die Patienten ausgewählt und mit Certolizumab pegol weiterbehandelt, bei denen der TNF-alpha-Blocker von Beginn an gut anschlug, war der Unterschied zum Scheinmedikament deutlich größer.

Bei manchen Patienten kann eine Behandlung mit Certolizumab pegol also die Aktivität der Erkrankung verringern. Auch Certolizumab pegol kann subkutan von den Patienten selbst unter die Haut gespritzt werden. Es ist allerdings noch von keiner Arzneimittelbehörde zur Behandlung von Morbus Crohn zugelassen.

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, bei der die Wand verschiedener Magen- und Darmabschnitte entzündet ist. Sie verläuft schubweise und geht mit heftigen Bauchschmerzen und Durchfällen einher. Die Ursache der Erkrankung ist bislang nicht bekannt.


Quellen: New England Journal of Medicine 2007, 357: S. 228-238 und 239-250
Gastroenterology 2006, 130: S. 323-333

Verschiedene Nachrichten zu Morbus Crohn finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu/


 



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