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28.02.2011

Blutdrucksenker wie verordnet einnehmen, sonst schützen sie nicht!

Fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland hat Bluthochdruck, der unbehandelt zu  schweren Folgeerkrankungen - wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herz- oder Nierenschwäche - führen kann. Trotzdem nimmt nur jeder Dritte der betroffenen Patienten die vom Arzt verordneten Blutdrucksenker auch nach Vorschrift ein. „Blutdruckmedikamente müssen allerdings regelmäßig angewendet werden, damit sie ihren Nutzen entfalten können - ansonsten können sie das erhöhte Risiko der Patienten für schwere Folgeerkrankungen nicht wirkungsvoll senken", warnt Dr. med. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Berufsverbands der Niedergelassenen Kardiologen (BNK, in München) und praktizierender Kardiologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie in Kirchheim.

Nicht-Medikamentöse Maßnahmen sind meistens nicht ausreichend

Für die mangelnde Therapietreue bei Bluthochdruckpatienten können verschiedene Gründe eine Rolle spielen. „Zum einen macht ein erhöhter Blutdruck keine oder nur wenig spürbare Beschwerden", erklärt Smetak. „Daher ist es ganz wichtig, dass der Patient darüber aufgeklärt wird und auch selber einsieht, dass er dennoch ohne Behandlung große Gefahr läuft, plötzlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen oder eine chronische Herz- oder Nierenschwäche zu entwickeln. Um dieses Risiko zu verringern, ist es erforderlich, den Blutdruck dauerhaft zu senken. Dazu kann beitragen, sich ausgewogen und kochsalzarm zu ernähren, nicht zu rauchen, wenig Alkohol zu trinken, mehr Sport zu treiben und Stress zu vermeiden. Die meisten Patienten leiden aber unter einem so genannten essenziellen oder primären Bluthochdruck, der sich nicht allein mit solchen nicht-medikamentösen Maßnahmen effektiv senken lässt. Diese Patienten müssen vielmehr - selbst wenn sie sich gar nicht krank fühlen - täglich und regelmäßig bestimmte Blutdruckmedikamente einnehmen, um ihr Erkrankungsrisiko zu senken."

Tabletten nie ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt absetzen!

Es gibt verschiedene Typen von blutdrucksenkenden Arzneimitteln, zum Beispiel ACE-Hemmer, Betablocker, Kalziumantagonisten oder Diuretika. „Bei einigen Patienten  ist ein einziges Medikament ausreichend, andere müssen aber eine Kombination von zwei oder mehr Wirkstoffen einnehmen, damit die Therapie erfolgreich ist", erläutert Smetak. „Wenn dann dank der Medikamente der Blutdruck wie erwünscht unter 140/90 mm Hg gesunken ist, meinen manche Patienten offenbar, sie könnten die Dosis einfach reduzieren oder die Tabletten ganz absetzen, ohne sich dabei bewusst zu sein, welchem Risiko sie sich aussetzen. Andere Patienten legen vielleicht auch wegen möglicher Nebenwirkungen der Medikamente eine Tablettenpause ein. Es kann nämlich zum Beispiel sein, dass man sich unter  der medikamentösen Bluthochdrucktherapie anfänglich etwas müde und schlapp fühlt, sobald der Blutdruck gesunken ist. Die meisten solcher unerwünschten Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern treten allerdings nur vorübergehend auf und lassen mit der Zeit nach. Wer trotzdem eigenmächtig und ohne Wissen des Arztes ein Medikament vorschnell absetzt, das eigentlich eine gute Wirkung gehabt hätte, erschwert dem Arzt die Suche nach einem für den Patienten individuell am besten geeigneten Wirkstoff bzw. nach der idealen Wirkstoffkombination. Auch aus diesem Grund, sollten Patienten ihre Tabletten nie eigenmächtig, sondern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt absetzen! Die konsequente Einnahme der vom Arzt verschriebenen Tabletten ist grundsätzlich eine der wichtigsten Maßnahmen, mit der Patienten ihre Therapie persönlich und aktiv unterstützen können."



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