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14.03.2011

Auch ständig zu wenig Schlaf kann das Darmkrebsrisiko erhöhen

Anlässlich des Darmkrebsmonats März 2011 machen die Internisten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden darauf aufmerksam, dass auch chronischer Schlafmangel einen Risikofaktor für Darmkrebs darstellt. „Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass Menschen, die nachts weniger als 6 Stunden im Durchschnitt schlafen, ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko für die Bildung von Dickdarmpolypen haben im Vergleich zu Menschen, die in der Regel zu mindestens 7 Stunden Nachtschlaf kommen. Dickdarmpolypen (kolorektale Adenome) sind gutartige Krebsvorstufen, die sich allerdings bei Nichtbehandlung zu bösartigen Darmtumoren entwickeln können", warnt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. „Darmpolypen sollten daher im Rahmen einer Darmspiegelung entfernt und anschließend mikroskopisch untersucht werden, um Darmkrebs auszuschließen."

Bei genetischer Vorbelastung: Spätestens mit 45 zur Darmkebsvorsorge

Besonders gefährdet, an Darmkrebs zu erkranken, sind Menschen mit einem familiären Risiko - d.h. bei denen Darmkrebs innerhalb der Familie bzw. Verwandtschaft schon einmal oder sogar gehäuft aufgetreten ist. Davon sind in Deutschland etwa vier Millionen Menschen betroffen. „Menschen, bei denen Darmkrebs in der Familie liegt, erkranken häufiger und vor allem früher an Darmkrebs als genetisch nicht vorbelastete", erläutert Wesiack. „Bedauerlicherweise sieht das Krebsvorsorgeprogramm in Deutschland bisher vor, erst ab 55 Jahren mit einer regelmäßigen Darmspiegelung zu beginnen - das ist allerdings für die Risikogruppe mit familiärer Vorbelastung viel zu spät! Dieser ist vielmehr anzuraten, aus eigener Initiative spätestens im Alter von 45 Jahren mit der Vorsorge zu beginnen. Schließlich bietet die Früherkennung bei keiner anderen Krebsart derart große Chancen wie bei Darmkrebs: Wird dieser frühzeitig genug entdeckt, ist die Erkrankung bei den meisten Menschen heilbar! Außerdem sollten Betroffene ihre Familienmitglieder über das familiäre Risiko aufklären, damit diese ebenfalls früh genug zur Darmkrebsvorsorge gehen  - ganz nach dem Motto des diesjährigen Darmkrebsmonats ‚Familie & Verantwortung'. Ansonsten gilt es, die bereits bekannten Risikofaktoren für Darmkrebs zu vermeiden - also eine zu fette Ernährung mit zu viel rotem Fleisch und zu wenig Ballaststoffen, kaum Obst und Gemüse, sowie Zigarettenrauchen und zu viele Alkoholika, Übergewicht und Bewegungsmangel."


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