Patienten mit Rheumatoider Arthritis haben aufgrund ihrer chronischen Gelenkentzündungen oft Schwierigkeiten bei der Ausführung alltäglicher Tätigkeiten in Küche, Haushalt und Büro. Abhilfe bzw. Erleichterung können verschiedene Hilfsmittel zur Entlastung und Mobilisierung der Gelenke schaffen. Darauf machen die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) in Bad Aibling aufmerksam. „Es ist sehr wichtig, chronisch entzündete oder deformierte Gelenke vor übermäßiger Belastung zu schützen, damit sich die Beschwerden der Patienten nicht verschlimmern“, erläutert Dr. Edmund Edelmann, Vorstandsvorsitzender des BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis in Bad Aibling. „Dafür stehen eine Vielfalt von Alltagshilfen zur Verfügung, deren Kosten teilweise die Kassen erstatten – viele kann man aber auch problemlos selber herstellen. Manche Schalter (oder auch Ventile), die zum Ein- und Ausschalten gedreht werden müssen, lassen sich zum Beispiel leichter bedienen, wenn man ihre Grifffläche vergrößert, indem man den Griff verlängert oder verdickt oder z.B. mit einem Metallstift versieht, der sich besser greifen lässt. Das gilt übrigens auch für den Hausschlüssel, der sich viel leichter im Türschloss drehen lässt, wenn ein langer Nagel als Angriffsfläche dient, der bei Bedarf einfach durch das freie Bohrloch des im Schloss steckenden Schlüssels geführt wird.“
Pfannenwender zum Bettenmachen
Praktisch ist auch eine Anziehhilfe – ein einfacher Stab, an dessen Ende sich ein Harken befindet: Diese kann das Schließen von Reißverschlüssen erleichtern, vor allem wenn man die Verschlüsse mit größeren Schlüsselringen, Kettchen oder einem Häkelharken versieht. Sie kann aber auch – ohne sich bücken zu müssen - das Aufheben von Dingen auf dem Boden ermöglichen oder beim An- und Ausziehen z.B. eines Rucksackes behilflich sein. „Manche Patienten sind überaus erfinderisch: Eine Rheumatikerin, die sich einmal beim Bettenbeziehen einen Strecksehnenabriss zugezogen hatte, ist z.B. auf die Idee gekommen, künftig beim Bettenmachen anstelle ihrer schmerzenden Finger einen metallenen Pfannenwender aus der Küche einzusetzen, um das Spannbettuch zwischen Matratze und Bettkante zu schieben“, berichtet Edelmann. „Und wem beim Wäscheaufhängen die Verwendung von Wäscheklammern Schmerzen bereitet, kann so genannte Bärchenklammern aus Metall hernehmen, die - ohne Druck ausüben zu müssen - zur Befestigung der Wäsche einfach aufgesteckt werden. Mehr solcher Tipps und Tricks können Patienten in Selbsthilfegruppen im Austausch mit anderen Betroffenen erfahren.“