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04.04.2011

Bei Stuhlinkontinenz kann in vielen Fällen auch Beckenbodentraining helfen

Eine Stuhlinkontinenz lässt sich in vielen Fällen auch ohne Medikamente oder chirurgische Eingriffe - wie zum Beispiel durch regelmäßiges Beckenbodentraining - lindern. Darauf machen die Internisten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden aufmerksam. „Stuhlinkontinenz – also die Unfähigkeit, den Abgang von Darminhalt oder Gasen willkürlich zurückzuhalten - ist häufiger, als man vermuten möchte“, betont Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. „So leidet hierzulande etwa 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung darunter – das sind 800.000 Menschen! Treffen kann es alle Altersgruppen, wobei die Häufigkeit aber insbesondere mit dem Alter stark zunimmt. Da die mit einer Inkontinenz verbundenen psychischen Belastungen enorm sind, ist es wichtig, dass sich die Betroffenen nicht scheuen, einen Arzt auf ihre Beschwerden anzusprechen. Dabei braucht sich niemand für Inkontinenz zu schämen – schließlich handelt es sich hierbei um eines von vielen gesundheitlichen Problemen, die ärztlich behandelbar sind. Aber nur wer Hilfe sucht, dem kann auch geholfen werden!“

Gezieltes Ansprechen einzelner Muskeln will geübt sein
Unter den zahlreichen, möglichen Ursachen für eine Stuhlinkontinenz ist die Beckenbodenschwäche nur eine, die aber gerade im Alter gehäuft auftritt. „Es ist eine ganz gewöhnliche Alterserscheinung, dass die Muskelmasse mit den Jahren abnimmt. Das gilt auch für die Muskeln im Beckenboden- und Analbereich, wobei unter anderem auch die Fähigkeit nachlassen kann, den Schließmuskel ausreichend anzuspannen“, erläutert Wesiack. „Auch starkes Übergewicht oder Schwangerschaften können die Beckenbodenmuskulatur und das Bindegewebe schwächen bzw. überdehnen. In solchen Fällen kann ein regelmäßiges Beckenbodentraining durchaus Abhilfe schaffen mit speziellen Übungen, die u.a. auch eigens auf den Analschließmuskel abzielen. Dieser Muskel kann durch wiederholtes Anspannen und Entspannen schrittweise wieder aufgebaut und gestärkt werden. Das gezielte Ansprechen einzelner Muskeln im Beckenboden- und Analbereich muss natürlich erst eingeübt werden. Deshalb sollte man sich die korrekte Durchführung der einzelnen Übungen am besten von einem Physiotherapeuten oder entsprechend ausgebildeten Fitnesstrainer zeigen lassen.“


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