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06.04.2011

Frühzeitiger Therapiebeginn bei RA ausschlaggebend für Prognose

Für Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) ist es besonders wichtig, dass sie so früh wie möglich vom Facharzt behandelt werden - dann sind die Chancen größer, dass die Krankheit wieder zum Stillstand kommt und eine Zerstörung der Gelenke verhindert werden kann. „Eine neue Untersuchung - die so genannte Leiden-Früharthritis-Kohorte aus den Niederlande (siehe Arthritis & Rheumatism (2010), Band 62, Seite 3537-3546) - hat aufgezeigt, dass RA-Patienten, die erst nach zwölf oder mehr Wochen behandelt werden, eine deutlich schlechtere Prognose aufweisen: Sie haben ein höheres Risiko für Gelenkzerstörungen und langfristig weniger Aussicht auf eine Eindämmung ihrer Erkrankung", berichtet Dr. Edmund Edelmann, Vorstandsvorsitzender des BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis in Bad Aibling. „Diese Daten machen deutlich, dass es dringend noch größerer Anstrengungen bedarf, die Zeitspanne zwischen dem ersten Auftreten von Krankheitssymptomen und der Behandlung beim Rheumatologen zu verkürzen."

In der Leiden-Früharthritis-Kohorte wurde bei 1674 Patienten mit früher RA untersucht, wie sich eine zeitliche Verzögerung der Behandlung auf die Prognose der Patienten (hinsichtlich des Ausmaßes der Gelenkzerstörung und der Chance auf einen medikamentenfreien Krankheitsstillstand  = Remission) auswirkt. Bei rund 600 der Patienten konnte dieser Zusammenhang über einen Zeitraum von sechs Jahren nachverfolgt werden. Im Schnitt betrugen die Verzögerung bis zur Behandlung aus eigenem Verschulden des Patienten 2,4 Wochen, und die Verzögerung, die durch Hausärzte bzw. Ärzte der Primärversorgung verursacht wurde, 8 Wochen. Die gesamte Zeitverzögerung belief sich auf rund 14 Wochen, wobei Patienten mit RA oder Spondyloarthritiden mit je 18 Wochen die längsten Zeitverzögerungen aufwiesen. Die Zeitverzögerungen fielen dabei tendenziell länger aus bei Patienten mit höherem Lebensalter, weiblichen Geschlechts, mit Beteiligung kleiner Gelenke, niedrigen CRP-Spiegeln und nachgewiesenen Autoantikörpern.

70 Prozent der RA-Patienten kamen erst nach 12 oder mehr Wochen in fachärztliche Behandlung. Im Vergleich zu Patienten, die binnen zwölf Wochen von einem Spezialisten untersucht worden waren, erlitt die verzögert behandelte RA-Patientengruppe, die über sechs Jahre beobachtet wurde, deutlich häufiger Gelenkzerstörungen und hatte erheblich geringere Chancen auf einen Krankheitsstillstand ohne Medikamente (d.h. DMADR-freie Remission).

In einer im Jahre 2008 durchgeführten Untersuchung des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen (BDRh), die vom Deutschen Rheumaforschungszentrum in Berlin ausgewertet wurde, zeigte sich, dass bei einer Untersuchung von 2.179 Patienten mit früher RA, 77 %  der Patienten erst nach 12 oder mehr Wochen in fachärztliche Behandlung zum Rheumatologen kamen. Die Zeitverzögerung war damit  vergleichbar mit  den aktuellen Daten der Früharthritis-Kohorte aus den Niederlanden.



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