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13.04.2011

Vitamin D-Mangel bei Rheumatoider Arthritis (RA) weit verbreitet

Wie verbreitet ein Vitamin D-Mangel gerade auch bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) ist, bekräftigt erneut eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift The Journal of Rheumatology (2011), Band 38, Seite: 53-59) erscheinen ist. US-Forscher aus Washington haben in einer Untersuchung mit 850 älteren RA-Patienten (in einem Alter von im Mittel 64 Jahren) festgestellt, dass 84 Prozent der Studienteilnehmer nicht hinreichend mit Vitamin D versorgt waren und 43 Prozent sogar einen ausgeprägten Mangel aufwiesen. Von einem Vitamin-D-Mangel spricht man, wenn die Konzentration des 25-Hydroxy-Vitamin D (25-OH-D) weniger als 20 ng pro ml Blut beträgt. Bei Konzentrationen kleiner als 30 ng/ml wird von einer Unterversorgung ausgegangen.

Vitamin D-Mangel und -Unterversorgung traten häufiger bei denjenigen RA-Patienten auf, die nachweislich bestimmte Antikörper (anti-CCP) aufwiesen und nicht-kaukasischer Abstammung waren. Vitamin D-Mangel - nicht aber die Unterversorgung mit Vitamin D - war außerdem mit einer größeren Anzahl schmerzhafter Gelenke assoziiert sowie höheren Spiegeln eines wichtigen Entzündungsmarkers (hsCRP).

Nach Angaben der Studienautoren um Dr. Gail S. Kerr unterstreichen diese Ergebnisse erneut, wie wichtig es ist, RA-Patienten regelmäßig daraufhin zu untersuchen, ob sie ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, und falls ein Mangel vorliegt, eine Substitutionstherapie zu verabreichen. „Für die Patienten zu beachten ist dabei unbedingt die Einhaltung der verschriebenen Dosis, da eine massive Überdosierung von Vitamin D auch negative Auswirkungen haben kann", warnt Prof. Dr. Klaus Krüger vom wissenschaftlichen Beirat des BDRh und praktizierender Rheumatologe im Münchener Praxiszentrum St. Bonifatius, der eine eigene Studie zur Vitamin D-Versorgung mit 89 seiner RA-Patienten durchgeführt hat.

Krügers Studienergebnisse (die auch in anderen Untersuchungen bestätigt wurden) zeigen, dass rund 70 Prozent der RA-Patienten einen Mangel an Vitamin D aufweisen  - das heißt: nur knapp jeder dritte Rheumatiker ist ausreichend mit dem Vitamin versorgt. „Jeder Fünfte weist sogar einen extremen Mangel mit Serumwerten unter 10 ng/ml auf", berichtet Krüger. „Ein solches Defizit kann im Extremfall langfristig sogar tödliche Folgen für die Betroffenen haben, da sich dadurch sowohl die Häufigkeit von Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen als auch die Gesamtsterberate verdoppelt. In früheren Studien ist bereits nachgewiesen worden, dass Vitamin D die Fließeigenschaften des Blutes positiv beeinflusst und so Venenverengungen oder -verschlüsse verhindern kann. Vitamin D wird außerdem benötigt zur Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und ist daher wichtig für eine Kräftigung sowohl der Knochen als auch der Muskeln. Ein chronischer, schwerer Vitamin-D-Mangel erhöht das Risiko einer Knochenausdünnung (Osteoporose) oder Knochenweiche (Osteomalazie), während ein milder oder mäßiger Vitamin D-Mangel vor allem diffuse Schmerzen und andere nicht-spezifische rheumatische Beschwerden fördert."

Menschen mit chronischen Schmerzen kommen mit deutlich weniger Schmerzmitteln aus, wenn ihr Vitamin D-Spiegel im Blut normale oder optimale Werte erreicht. „Durch eine gezielte Nahrungsergänzung mit Vitamin D können Patienten ihre Schmerzen lindern und ihre Lebensqualität deutlich verbessern", betont Krüger.



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