Rheumatologen im Netz

Mitglied der Ärzte im Netz

News


21.04.2011

Lebenszeitrisiko, an Rheuma zu erkranken, überraschend hoch

Trotz Forschritte in der Erforschung, wie entzündlich-rheumatische Erkrankungen entstehen und zu behandeln sind, war das persönliche Lebenszeitrisiko für eine Erkrankung an Rheuma bisher unbekannt. Für Rheumatoide Arthritis (RA) ist man z.B. von einer geschätzten Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) von 1:100 ausgegangen. Jetzt haben US-Forscher aus Rochester nach Analyse der Daten von über tausend Patienten aus Minnesota allerdings ermittelt (siehe Arthritis & Rheumatism 2011, Band 63/3, Seite 633-639), dass die Prävalenz sehr viel höher sein dürfte: Ihren Ausführungen zufolge entwickeln eine von zwölf Frauen und einer von zwanzig Männern eine entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung während der Lebenszeit.

Insgesamt belief sich bei den 1179 untersuchten Patienten aus Minnesota das Risiko, im Leben eine von sieben chronischen entzündlich-rheumatischen Autoimmunerkrankungen zu entwickeln, auf 8,4 Prozent bei Frauen und auf 5,1 Prozent bei Männern. Untersucht wurde die Häufigkeit der Erkrankungen Rheumatoide Arthritis (RA), Polymyalgia rheumatica (PMR - eine systemische Entzündung mit symmetrischen Muskelschmerzen und Kraftlosigkeit in den Oberarmen und Oberschenkeln), Systemischer Lupus erythematodes (SLE), Riesenzellarteriitis (RZA - eine Gefäßentzündung im Bereich der Kopfarterien), Psoriasis-Arthritis (PsA), primäres Sjögren-Syndrom und Ankysolierende Spondylitis (AS).

Für eine Erkrankung an RA ergab sich ein Lebenszeitrisiko von 3,6 Prozent für Frauen und 1,7 Prozent für Männer. Für eine Erkrankung an Rheumafaktor-positiver RA wurde ein Lebenszeitrisiko von 2,4 Prozent für Frauen und von 1,1 Prozent für Männer ermittelt.

Die am zweithäufigsten auftretende der sieben untersuchten entzündlich-rheumatischen Autoimmunerkrankungen war die PMR, für die ein Lebenszeitrisiko von 2,4 Prozent für Frauen und 1,7 Prozent für Männer ermittelt wurde. Dieses vergleichsweise hohe Lebenszeitrisiko für die PMR könnte den Forschern zufolge allerdings darauf zurückzuführen sein, dass viele der Studienteilnehmer skandinavischer Abstammung waren, was bekanntlich mit einem besonders hohen PMR-Risiko verbunden ist. PMR tritt in Skandinavien ungefähr zehnmal häufiger auf als in Südeuropa, wobei sich in Europa grundsätzlich ein starkes Nord-Süd-Gefälle in der PMR-Häufigkeit beobachten lässt.



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Vor Afrikareise Impfschutz überprüfen

Wer nach Afrika reisen will, sollte sich gegen Meningokokken impfen lassen.

zum Artikel...

Grippe-Impfung

Wer chronisch krank ist, sollte sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen, um das Risiko für Komplikationen durch eine Influenza zu senken. Dazu raten die Internisten vom BDI. Fragen rund um die Grippe-Impfung können auf http://www.impfenimdialog.de/ an Experten gestellt werden, die sie innerhalb von 3 Tagen online beantworten.

zum Artikel...

Was kann bei Reizmagen tun?

Ungesunde Ernährung und Stress sind die häufigsten Auslöser eines Druckgefühls und Schmerzen in der Magengegend...

zum Artikel...

Dem Diabetischen Fuß vorbeugen

Die richtige Fußpflege und das Tragen bequemer Schuhe sind ein wichtiger Beitrag...

zum Artikel...

Vorsicht bei Herzstolpern nach Erkältung

Treten nach einem bereits überstanden geglaubten grippalen Infekt Atemnot und Herzrhythmusstörungen auf, so kann die Ursache eine nicht ungefährliche Entzündung des Herzmuskels sein...

zum Artikel...

Den Blutdruck korrekt messen

Für eine korrekte Messung des Blutdrucks zu Hause mit einem Messgerät für das Handgelenk gibt es einige Regeln zu beachten...

zum Artikel...

Wie man Diabetes verhindern kann

Auch bei erhöhtem Blutzucker-Wert kann man eine Diabetes-Erkrankung vermeiden...

zum Artikel...

Was Sie über Grippe wissen sollten

Hier finden Sie Infos zu Ansteckung, Symptomen, Vorsorge und Impfung...

zum Artikel...

Krankenkassen bezahlen Reiseimpfungen

Hier finden Sie eine Liste der 50 größten Versicherer zum Ausdrucken...

zum Artikel...

Schilddrüsen-Check

Internisten empfehlen jährliche Tast-Untersuchung der Schilddrüse...

zum Artikel...

Herzrhythmusstörungen: Sport hält Herz im Takt

Auch wer Probleme mit dem Herzschlag hat, braucht auf Sport nicht zu verzichten...

zum Artikel...