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02.05.2011 Erste Erfolge beim Kampf gegen Hepatitis B Weltweit stellt die Hepatitis B nach wie vor eine der häufigsten Infektionskrankheiten dar. „Die Ansteckung mit dem Hepatitis-B-Virus führt bei etwa zwei Drittel der Betroffenen zu einer symptomatischen akuten Leberentzündung, weniger als 1% versterben im akuten Leberversagen", erklärt Dr. med. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI), der als Internist und Oberarzt am Universitätsklinikum Bonn tätig ist. „Wichtiger aber ist, dass bei etwa 5 - 10% die Infektion chronisch wird und im weiteren Verlauf zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Dabei ist der Anteil der chronischen Verläufe umso höher, je früher im Kindesalter die akute Ansteckung erfolgt. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer aktuellen Studie berichtet, sind derzeit zwei Milliarden Menschen mit dem Virus infiziert, wobei von 378 Millionen chronischen Virusträgern auszugehen ist - das entspricht etwa 5 Prozent der Weltbevölkerung! Jedes Jahr kommen schätzungsweise 4,5 Millionen Neuinfektionen hinzu, von denen 15 bis 40 Prozent einen schweren Verlauf nehmen und Leberversagen oder -Krebs entwickeln. Rund 500.000 bis 700.000 Menschen sterben pro Jahr an Hepatitis B. Demgegenüber können in denjenigen Ländern, die - wie von der WHO seit 1992 empfohlen - Kinder konsequent gegen Hepatitis B impfen, große Erfolge im Kampf gegen das Virus verbucht werden. In allen Ländern, in denen die Hepatitis B-Impfung bereits in das Routine-Impfprogramm für Kinder integriert werden konnte, wurde eine deutliche Senkung der Krankheitsfälle, Überträger-Raten und Sterbefälle erreicht." Hepatitis B wird am häufigsten durch Sex übertragen Fatalerweise stecken sich viele Menschen mit dem Hepatitis B-Virus an, ohne dies zu wissen, zumal eine Infektion auch lange Zeit ohne Symptome verlaufen kann. „Daher können sie unbewusst auch als Überträger agieren, was die Verbreitung des Virus entsprechend potenziert", erläutert Walger. „So werden über 40 Prozent der Hepatitis B-Infektionen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr verursacht - und zwar nicht nur bei homosexuellen Kontakten, sondern sogar überwiegend (mehr als die Hälfte) bei heterosexuellen. Weitaus seltener wird das Virus zum Beispiel bei Operationen, durch Blutprodukte oder intravenösen Drogenkonsum übertragen. Das haben eine aktuelle Studie des Robert-Koch Instituts sowie repräsentative Erhebungen in Deutschland und die Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz aufgezeigt." Große Impflücken in Deutschland bei Jugendlichen Obwohl seit 1992 auch Jugendlichen die Impfung gegen Hepatitis B empfohlen wird, ist die Durchimpfungsrate in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen in Deutschland deutlich schlechter als bei Kindern. „Unter den Jugendlichen weisen dem RKI zufolge nur um die 60 Prozent eine vollständige Grundimmunisierung gegen Hepatitis B auf", betont Walger. „Im Hinblick auf das gerade im Jugendalter wachsende Interesse an sexuellen Kontakten sollten sich auch Jugendliche unbedingt besser vor Hepatitis B schützen und impfen lassen. Um notwendige Impfungen nachzuholen, eignet sich z.B. die so genannte J1-Untersuchung - eine ärztliche Vorsorgeuntersuchung für 12- bis 14-Jährige, die von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten wird - besonders gut."
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