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21.08.2007

Hirnhautentzündung kann auch durch Rohmilch-Produkte übertragen werden

Gewöhnlich ist die seltene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) die Folge eines Zeckenstichs. In den FSME-Risikogebieten des Baltikums können nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Berlin gelegentlich aber auch unbehandelte Nahrungsmittel Infektionsquellen sein. So sind etwa im Baltikum Infektionen über Rohmilchprodukte nachgewiesen worden. Ziegen- und Schafsmilch waren häufigere Infektionsquellen als Kuhmilch. In Lettland waren demnach von den knapp 3.700 FSME-Erkrankungen der Jahre 1997-2003 bei Kindern 5,3% und bei Erwachsenen 3,1%  durch Lebensmittel übertragen worden.

„Die Gefahr, sich durch Lebensmittel mit FSME zu infizieren, ist in Lettland und dem übrigen Baltikum deshalb höher, da die Erkrankung dort wesentlich häufiger vorkommt", sagt Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten. In Deutschland sei eine Übertragung durch Rohmilchprodukte dagegen bislang nicht beobachtet worden. „Urlaub auf dem Bauernhof ist deshalb in Deutschland völlig unbedenklich, im Baltikum sollten Urlauber Rohmilchprodukte dagegen meiden", rät Dr. Walger.

FSME-Viren kommen vor allem in bestimmten Risikogebieten vor, etwa in Süddeutschland, Teilen Österreichs, Tschechiens, Ungarns, Sloweniens und der Slowakei, sowie im Baltikum, in Weißrussland, im Norden Russlands und Teilen der Ukraine. Auch Teile Schwedens, Finnlands und Norwegens sowie die Urlaubsinsel Bornholm gehören zum Verbreitungsgebiet.

FSME wird in der Regel bei einem Stich einer infizierten Zecke auf den Menschen übertragen. Gegen die seltene Krankheit existiert eine Impfung, der Impfstoff ist derzeit aber kaum lieferbar. In Deutschland sind zurzeit 129 Landkreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen, davon 74 in Bayern, 39 in Baden Württemberg, 8 in Hessen, 7 in Thüringen und 1 in Rheinland Pfalz. Eine Impfung wird vor allem Menschen empfohlen, die in Risikogebieten mit Zecken in Berührung kommen können.

Eine aktuelle Karte mit den FSME-Risikogebieten in Deutschland finden Sie hier.

Verschiedene Nachrichten zu FSME finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu/

 



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