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05.05.2011

Unerkannte Herzrhythmusstörungen oft Ursache für Stürze

Wenn ältere Menschen stürzen, kommt es oftmals zu Knochenbrüchen. Die unfallchirurgische Behandlung und die Sorge, ob der Patient seine Mobilität wiedererlangt, stehen dann im Vordergrund. Ungeklärt bleibt jedoch oft die Ursache für den Sturz. Dabei wären weitergehende Untersuchungen wichtig, um ein erneutes Fallen zu verhindern. Dazu gehört beispielsweise ein routinemäßiger Herz-Check. So ließen sich z.B. unerkannte Herzrhythmusstörungen aufdecken, die als Ursache für Stürze häufig unterschätzt werden.

Ein Sturz kann insbesondere für ältere Menschen problematisch werden: Nach dem Unfall fühlen sich viele Betroffene unsicher, vermeiden es zu laufen, ziehen sich zurück und werden nicht selten zum Pflegefall. Damit ein alter Mensch so lange wie möglich selbstständig und mobil bleibt, ist es wichtig, Stürzen vorzubeugen. Dazu gehört es beispielsweise, Sehstörungen oder Schwindel zu behandeln, Gehhilfen zu verwenden und Stolperfallen in der Wohnung zu beseitigen. Experten vermuten jedoch, dass nicht selten auch unerkanntes Vorhofflimmern - eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen - zu Stürzen führt. „Vorhofflimmern kann Herzrasen, Kreislaufprobleme, Durchblutungsstörungen bis hin zu Schlaganfall und kurzzeitigen Ohnmachten verursachen. Ein Sturz ist dann, vor allem bei alten Menschen, geradezu vorprogrammiert", erklärt Prof. Dr. Thorsten Lewalter, Facharzt für innere Medizin und Herzerkrankungen an der Universität Bonn. Aus eigener Beobachtung des Klinikalltags weiß Lewalter, dass dieser Zusammenhang nicht routinemäßig untersucht wird. „Es kommt immer wieder vor, dass Patienten ein weiteres Mal wegen eines Sturzes eingeliefert werden, weil die Ursache nicht untersucht und behandelt wurde."

Eine Studie, bei der ältere Sturzpatienten routinemäßig auf Herzrhythmusstörungen untersucht werden, soll diese Situation nun verbessern. Wenn die Studienergebnisse auf einen Zusammenhang zwischen Herzrhythmusstörungen und Stürzen hinweisen, kann der Herz-Check möglicherweise in den Katalog der Standarduntersuchungen für gestürzte Senioren aufgenommen werden. „Auf diese Weise könnten unerkannte Herzrhythmusstörungen aufgedeckt und angemessen behandelt werden", erläutert Lewalter. Das würde dazu beitragen, alte Menschen vor Stürzen zu schützen. Gleichzeitig ließe sich schweren Folgeerkrankungen vorbeugen, wie beispielsweise Schlaganfällen.

Um dieses Anliegen zu unterstützen, hat sich die Deutsche Seniorenliga mit dem Projekt „Querschnittsuntersuchung zum Zusammenhang zwischen Stürzen älterer Menschen und Vorhofflimmern" bei der weltweiten Initiative „1 Mission 1 Million - Herzenssache Schlaganfall" um einen Förderpreis beworben. Ziel ist, die Aufmerksamkeit für Vorhofflimmern und seine Folgen in der Öffentlichkeit zu verbessern. Projekte zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen - und damit mögliche wirtschaftliche Interessen - sind von der Initiative ausgeschlossen. Sponsor ist das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Die Abstimmung erfolgt öffentlich im Internet. Wer das Projekt der Deutschen Seniorenliga mit seiner Stimme unterstützen möchte, kann unter der Adresse https://www.herzenssache-schlaganfall.de/sturzprojekt Einzelheiten nachlesen.

Quelle: Deutsche Seniorenliga e.V.



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