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23.05.2011 Auffrischung des Impfschutzes auch vor Reisen in Europa dringend erforderlich Europäische und eurasische Regionen werden derzeit wieder mit zahlreichen Masernausbrüchen konfrontiert. Darauf weisen die Internisten des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden hin. „Laut WHO werden in den folgenden Ländern aktuelle Masernherde gemeldet: Bulgarien, Dänemark, Deutschland, England und Wales, Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Russland (Krasnoyarsk und Tomsk), Serbien, Schweiz und Türkei (Istanbul)", berichtet Prof. Thomas Löscher vom BDI, der auch Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Universität München ist. „Bei Jugendlichen und Erwachsenen gibt es leider große Impflücken - und zwar nicht nur beim Impfschutz gegen Masern. Wir gehen davon aus, dass in der Altersgruppe von 20-40 Jahren weniger als die Hälfte wie empfohlen zweimal gegen Masern geimpft wurde. Die ständige Impfkommission empfiehlt daher allen nach 1970 geborenen Erwachsenen eine einmalige Impfung gegen Masern, wenn sie bisher nicht gegen Masern geimpft sind, nur einmal in der Kindheit geimpft wurden oder der Impfstatus gegen Masern unklar ist. Bei anderen Impfungen, wie z.B. der klassischen Reiseimpfung Hepatitis A, sind die Impfquoten noch deutlich geringer. Wer sich im Urlaub infiziert, muss wissen: je höher das Erkrankungsalter, desto mehr Komplikationen treten auf", warnt Löscher. Der Infektions- und Tropenmediziner sieht vor allem für Familien und Angehörige eine Gefahr. „Sehr häufig beobachten wir, dass Infektionen auch innerhalb der Familie und engen Kontaktpersonen von einem zum anderen weitergegeben werden. Das kann sehr gefährlich werden, wenn z.B. bei Masern auch Säuglinge mit angesteckt werden, die altersbedingt noch keinen Impfschutz erhalten können. Insofern rate ich dazu, dass der Impfstatus der ganzen Familie vor Reisebeginn überprüft wird. Insbesondere dort, wo es Personen gibt, die selbst nicht geimpft werden können, weil sie noch zu klein sind, chemotherapeutisch behandelt werden oder eine Immunschwäche haben. Viele Infektionskrankheiten, gegen die wir Impfungen haben, sind hoch ansteckend und werden von Mensch zu Mensch weitergegeben", so Löscher weiter. Studie zeigt: - Übertragungswege sind vielen Urlaubern nicht klar Selbst bei Reisen in Europa kann eine erhöhte Gefährdung bestehen durch Hepatitis A - der so genannten Reisegelbsucht - sowie durch Hepatitis B, die auch zum Leberkrebs führen kann. „Eine neue Studie, bei der Reisende aus Tschechien, Niederlande, Spanien und Schweden befragt wurden, zeigt, dass die meisten (62 Prozent) sich überhaupt nicht bewusst sind, welche Reiseziele in Europa mit einem mittleren oder großen Ansteckungsrisiko für Hepatitis B behaftet sind", erläutert Löscher . „Rund 20 Prozent wissen nicht, auf welchen Wegen das Virus übertragen werden kann, wobei sich besonders Reisende im Alter zwischen 18 und 35 Jahren gerade im Urlaub durchaus mindestens einmal in riskantes Verhalten wie z.B. ungeschützten Sexualverkehr einlassen. Dreiviertel denken zwar, sie seien über die gesundheitlichen Auswirkungen einer Erkrankung an Hepatitis informiert, tatsächlich konnten aber nur 12 Prozent die Fragen zu Hepatitis B auch halbwegs richtig beantworten. Hier muss noch viel Aufklärung geleistet werden. Daher empfehlen wir allen Reisenden auch in Europa einen Impfschutz gegen Masern, Hepatitis A und B. Bei Fernreisen können je nach Ziel weitere Impfungen empfehlenswert sein, wie etwa die gegen Meningokokken, die bakterielle Hirnhautentzündung und Blutvergiftung verursachen können." Weitere Meldungen zum Thema:
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