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16.06.2011 Moderne Rheumamedikamente lindern auch Augenleiden Autoimmunerkrankungen werden seit einigen Jahren mit neuartigen Medikamenten - so genannten Biologika - erfolgreich behandelt. Meist sind dies Antikörper, die - zum Beispiel bei Rheuma - gezielt in die Entzündungsreaktion eingreifen. Sie blockieren einen Signalstoff, den Tumornekrosefaktor (TNF) alpha. Bei der Behandlung von Rheumatikern, bei denen auch die Augen betroffen sind, können TNF-Blocker auch die Entzündung des Augeninneren (Uveitis) lindern. Einige Augenärzte hätten deshalb begonnen, die Medikamente auch bei Uveitis-Patienten ohne Rheuma einzusetzen. Das berichtet Prof. Dr. med. Uwe Pleyer, Oberarzt an der Universitäts-Augenklinik der Berliner Charité, in seiner Studie, die in der Fachzeitschrift Der Ophthalmologe (2011, Band 108, Seite:13-20) veröffentlicht wurde. An dieser so genannten Uveitis, die in schweren Fällen zur Erblindung führen kann, leiden in Deutschland etwa 400.000 Menschen. Eine Entzündung der Uvea, die als mittlere Gewebeschicht zwischen umgebender Lederhaut und Netzhaut verläuft und diese mit Blut und Nährstoffen versorgt, stellt in Deutschland sogar die zweithäufigste Ursache für Erblindungen bei Menschen im erwerbstätigen Alter dar. „Warum Menschen an einer Uveitis erkranken, ist leider in vielen Fällen noch unklar", bedauert der Pressesprecher der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), Prof. Dr. med. Christian Ohrloff aus Frankfurt. Neben Infektionen durch Viren, Pilze oder Bakterien seien häufig Erkrankungen der körpereigenen Abwehr der Grund. Gute Erfahrungen mit Biologika wurden auch schon auch bei Morbus Behçet gemacht - einer Autoimmunerkrankung, die Haut und Augen in Mitleidenschaft zieht. „Infliximab, einer der fünf derzeit zugelassenen TNF-Blocker gegen Rheuma, war sogar der ophthalmologischen Standardbehandlung mit Cyclosporin A überlegen", berichtet Prof. Pleyer. Die langfristigen Erfahrungen sind nach Auskunft des Experten jedoch noch gering und Infliximab ist ebenso wie die anderen vier Wirkstoffe Etanercept, Adalimumab, Golimumab und Certolizumab noch nicht zur Anwendung gegen Uveitis zugelassen. Laut DOG seien weitere Studien erforderlich. Doch da die Uveitis - verglichen beispielsweise mit Rheuma - eher selten ist, sei damit in absehbarer Zeit kaum zu rechnen. Deswegen setzen Ärzte Biologika für die Augen derzeit ausschließlich als so genannte Off-label-Anwendung ein, einem nicht explizit zugelassenen Heilversuch. Auch wegen der hohen Behandlungskosten ist die Therapie zurzeit nur in Einzelfällen möglich. Eine sichere Behandlung erhofft sich die DOG von einem neuen TNF-Blocker, der bei äußerlicher Anwendung als Augentropfen am entzündeten Auge wirken könnte. Erste Studien haben gezeigt, dass der Wirkstoff in die Uvea eindringt. Eine Zulassung ist jedoch auch in diesem Fall bisher noch nicht erfolgt. Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) Weitere Meldungen zum Thema:
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