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18.07.2011

Auch Überflutungsgebiete können Ansteckungsgefahr mit Hepatitis-Viren bergen

Nicht nur verunreinigte Lebensmittel, sondern auch nach starkem Regen überflutete Regionen können eine Infektionsgefahr mit Hepatitis bergen. Darauf weisen die Internisten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags am 28.7. hin. „Wasser aus Überflutungsgebieten kann mit Abwässern kontaminiert sein und daher verschiedene Krankheitserreger bergen - darunter auch Viren vom Typ Hepatitis A oder B (HAV bzw. HBV), die akute Leberentzündungen verursachen und im Falle der Hepatitis B unbehandelt nach chronischem Verlauf auch zu Leberversagen führen können", erläutert Dr. med. Peter Walger, Internist am Universitätsklinikum Bonn und Infektionsexperte des BDI. „Eine Infektion mit diesen Viren über die Haut ist zwar vergleichsweise selten, aber durchaus möglich, wenn kleine Hautverletzungen vorliegen. Gerade von HBV ist längst bekannt, dass Eingriffe, die zu Verletzungen der Haut führen - wie z.B. Ohrdurchstechen, Maniküre, Akupunktur, Tätowierung, Piercing, Rasur bei Barbieren, mit dem Risiko einer Hepatitis B-Infektion behaftet sind, wenn sie unter schlechten hygienischen Bedingungen durchgeführt werden. Häufiger werden HBV über den Austausch von Körperflüssigkeiten mit einem Infizierten übertragen - insbesondere beim Geschlechtsverkehr (60 bis 70%) und durch Blut bzw. Blutprodukte. Demgegenüber verursachen HAV die meisten Ansteckungen, indem sie über kontaminierte Nahrungsmittel in den Magen-Darm-Trakt eindringen."

Nass gewordene Kleidung möglichst schnell wechseln

Warnungen vor einer Ansteckung mit Hepatitis sollten sich nicht nur auf potenzielle Hygienemängel bei kosmetischen oder medizinischen Eingriffen und bei der Nahrungs- bzw. Trinkwasserzubereitung beschränken. „Auch gegenüber stehendem Wasser in Überflutungsgebieten sollte man Vorsicht walten lassen, da es wie gesagt mit Abwässern kontaminiert sein kann", erklärt Walger. „Selbstverständlich sollte dieses Wasser auf keinen Fall geschluckt oder in der Küche verwendet werden. Wer trotzdem nicht vermeiden kann, dass er in Körperkontakt mit dem Wasser kommt, sollte zuvor alle offenen Wunden (einschließlich oberflächlich angegriffener Hautstellen) vorsorglich mit einem wasserdichten Verband abdecken - selbst  wenn er nur ganz vorsichtig mit Gummistiefeln durch das Wasser watet. Anschließend sind nass gewordene Kleidungsstücke - insbesondere Schuhe und Strümpfe - so schnell wie möglich zu wechseln, weil sie die Haut sonst aufweichen und für Viren durchlässiger machen könnten."

Schutzimpfung nicht nur für Reisende sinnvoll

Schätzungen zufolge sind weltweit 500 Millionen Menschen mit Hepatitisviren infiziert. „Fatalerweise bemerken die meisten Betroffenen trotz ihrer Infektion über viele Jahre hinweg keine Beschwerden und können ihre unbemerkt fortschreitende und die Leber zunehmend zerstörende Erkrankung unbewusst weitergeben", betont Walger. „Glücklicherweise gibt es gegen Hepatitis A und B eine Schutzimpfung, die vorrangig bei Reisen in bestimmte Länder und für bestimmte Risikogruppen empfohlen wird, allerdings auch bei Aufenthalten in Überschwemmungsgebieten sinnvoll sein kann."



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