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26.07.2011

Immer mehr Menschen in Deutschland vor infektiöser Gelbsucht geschützt

Immer mehr Menschen in Deutschland haben einen Impfschutz gegen Hepatitis. Laut Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) weisen mehr als 90% aller Kinder im schulfähigen Alter eine vollständige Grundimmunisierung gegen Hepatitis B auf (Daten: Schuleingangsuntersuchung 2009). Und auch bei Jugendlichen im Alter von 14- bis 17 Jahren schließen sich die Impflücken. Bis zu 60% sind gegen Hepatitis geimpft (Untersuchungszeitraum 2003-2006). Für die Impfung gegen Hepatitis A - der so genannten Reisegelbsucht - liegen keine offiziellen Angaben vor. Experten gehen aber davon aus, dass die Zahl der Urlauber, die sich vor einer Auslandreise haben impfen lassen, ebenfalls angestiegen ist.  „In der Praxis sehen wir inzwischen viele Impfpässe, in denen Impfungen gegen Hepatitis dokumentiert sind. Bei Hepatitis B spielt es sicherlich eine Rolle, dass diese Impfung bereits seit Jahren  im Kindes- und Jugendalter gegeben wird und jetzt natürlich viele junge Erwachsene zu uns kommen, die bereits eine Grundimmunisierung gegen Hepatitis B haben - sie benötigen also höchstens eine Auffrisch-Impfung. Bei Hepatitis A ist die Entwicklung etwas anders, denn diese Impfung gehört ja nicht zu den Standardimpfungen im Kindesalter.  Urlauber, die häufig Fernreisen unternehmen, sind meistens auch gegen Hepatitis A geimpft. Viele Touristen, die in den Mittelmeerraum oder nach Osteuropa reisen, unterschätzen allerdings die Gefahr einer Ansteckung. Oftmals wissen Pauschalurlauber nicht, dass diese Impfungen von vielen Krankenkassen in Deutschland erstattet werden und daher das begrenzte Urlaubsbudget auch nicht belasten", erläutert Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Angesichts der deutlichen Zunahme der Urlaubsreisen in 2011 rät der Reisemediziner daher zu vorbeugenden Impfungen. Bereits im Januar 2011 ermittelte die Marktforschungsgesellschaft GFK Travel Insight für den Sommer 2011 über 8% mehr Buchungen im Vergleich zum Vorjahr. Spanien, Italien und die Türkei waren in 2010 die beliebtesten Reiseländer der Deutschen (Quelle: Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen).

WHO rechnet mit bis zu 5 Millionen Hepatitis-Toten in den nächsten 10 Jahren

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den kommenden Donnerstag (28.7.11) als ersten Welt-Hepatitis-Tag deklariert. Damit will man auf die weltweit steigenden Erkrankungen hinweisen, die durch die verschiedenen Erreger der infektiösen Leberentzündung ausgelöst werden. Nach Angaben der WHO sind weltweit fast 350 Millionen Menschen chronische Träger des Hepatitis-B-Virus und können damit andere Menschen anstecken.  Alleine in Südostasien rechnen Experten mit bis zu 5 Millionen Todesfällen in den nächsten 10 Jahren. Ähnlich wie Hepatitis B wird Hepatitis C mittels Blut und anderen Körperflüssigkeiten von einem Menschen zum anderen weiter gegeben. Etwa 130 Millionen Menschen sind mit dieser Form der hoch ansteckenden Leberentzündung infiziert. Fast 80% aller Leberkrebserkrankungen führen Forscher auf Infektionen mit diesen beiden Erregern zurück. Im Gegensatz zu Hepatitis B oder C wird das Hepatitis A durch verschmutztes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Infektionsketten kommen vor allem in Ländern mit mangelnden hygienischen Verhältnissen vor - die WHO geht von 1,4 Millionen Neuinfektionen pro Jahr aus. Meeresfrüchte und Muscheln gelten im Mittelmeerraum als besonderes Risiko - da die Schalentiere die krankmachenden Keime anreichern. „Wer gerne Muscheln oder Schalentiere isst, sollte geimpft sein. Untersuchungen zeigen, dass fast jede dritte Muschel im Mittelmeerraum mit Hepatitis-Viren infiziert ist. Portugals und Spaniens Küsten sind genauso betroffen wie Süditalien. In der Gegend um Neapel ist aufgrund der prekären Müll- und Abwasserproblematik besondere Vorsicht geboten", rät Löscher, der auch Leiter des Tropeninstitutes in München ist. Die Impfung gegen Hepatitis A kann auch noch kurz vor Reisebeginn verabreicht werden. Schon nach wenigen Tagen bietet sie einen ausreichenden Schutz gegen die gefährliche Leberentzündung.

Liste der Krankenkassen, die Reiseimpfungen erstatten, beim reisemedizinischen Internetdienst www.fit-for-travel.de



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