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11.08.2011

Atemnot bei Herzschwäche heißt nicht immer auch lungenkrank

Fälschlicherweise wird bei vielen Patienten mit Herzschwäche zusätzlich oft eine chronische Verengung der Atemwege diagnostiziert, eine so genannte chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Allerdings trifft diese Diagnose häufig nicht zu, wie die Ärztin Dr. Susanne Brenner vom Universitätsklinikum Würzburg nachgewiesen hat. Für ihre Studie bekam sie einen mit 10.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis verliehen.

Die Herzschwäche und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) treten häufig bei älteren Menschen auf. Ihr gemeinsamer Risikofaktor ist das Rauchen, ihr gemeinsames Leitsymptom die Atemnot. „Weil beide Erkrankungen aber gegensätzliche Therapiekonzepte erfordern, ist die korrekte Diagnose einer COPD als zusätzliche Erkrankung bei Herzschwächepatienten besonders wichtig", meint Susanne Brenner. Mehrere Untersuchungen haben gezeigt: Die Standardtherapie einer COPD kann eine Herzschwäche negativ beeinflussen und Beschwerden verstärken.

In einer Studie am Würzburger Uniklinikum wurde bei 630 Patienten mit chronischer Herzschwäche ermittelt, ob auch eine COPD vorliegt. Bei allen Patienten wurde schließlich die Lungenfunktion ambulant und bei 277 von ihnen zusätzlich während eines Krankenhausaufenthaltes untersucht. Dabei wurde bei fast 70 Prozent der Fälle eine vorliegende COPD-Diagnose nicht bestätigt.

Akut herzschwache Patienten, die wegen Wasseransammlungen im Gewebe und in der Lunge im Krankenhaus waren, litten zwar oft an einer Atemwegsverengung wie bei der COPD. „Die Verengung verschwand aber durch entwässernde Medikamente in der Hälfte aller Fälle wieder", so Susanne Brenner. Ihr Fazit: „Die Atemwegsverengung ist häufig ein vorübergehendes Begleitphänomen der Herzschwäche, ohne dass eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung vorliegt. Zur korrekten Diagnose einer COPD bei Herzschwäche sind darum, nach einer ausreichenden Entwässerungstherapie, wiederholte und spezielle Lungenfunktionsprüfungen erforderlich."

Weil die Arbeit von Susanne Brenner die Diagnostik bei Herzschwäche verbessern hilft, wurde sie von der Deutschen Herzstiftung mit dem Wilhelm-P.-Winterstein-Preis 2011 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert; die gleiche Summe erhielt als weiterer Preisträger Sebastian J. Buß vom Universitätsklinikum Heidelberg. „Beide Forschungsarbeiten zeichnen sich durch einen direkten klinischen Bezug aus. Sie liefern Erkenntnisse, die wichtig für die richtige Behandlung schwerwiegender und seltener Herzerkrankungen sind", so Professor Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, bei der Verleihung der Preise im Juni in Frankfurt am Main.

Der Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung wird jedes Jahr für eine wissenschaftlich herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen vergeben, bevorzugt aus einem patientennahen Forschungsbereich. Wilhelm P. Winterstein und seine Frau Ursula sind seit mehr als zehn Jahren Stifter dieses Wissenschaftspreises.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

 



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