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08.09.2011 Bei Kreuzschmerzen Röntgen nur selten erforderlich
„Die meisten Patienten mit Rückenschmerzen erwarten von uns, dass sie geröntgt werden", berichtet Prof. Dr. med. Elisabeth Märker-Hermann von der Dr. Horst Schmidt Kliniken GmbH (HSK) in Wiesbaden. Bei der Mehrheit der Erwachsenen ab dem mittleren Alter findet sich Verschleißerscheinungen an Bandscheiben und Wirbeln - also Arthrosen, die als Verschleiß bedingte (degenerative) rheumatische Erkrankungen ebenfalls zum rheumatischen Formenkreis gezählt werden. Die gleichen Veränderungen liegen aber auch bei vielen Menschen ohne Kreuzschmerzen vor. „Verschleißerscheinungen und Kreuzschmerz müssen also nicht unweigerlich zusammenhängen", betont Märker-Hermann. Röntgen und andere bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) verursachen bei der Volkskrankheit Rückenschmerz nicht nur erhebliche Mehrkosten, sie können auch unnötige Operationen veranlassen, warnt die Expertin. Sie verweist auf eine vergleichende Studie, in der nach Röntgen oder MRT 5,2 Prozent der Patienten operiert wurden. Beim Verzicht auf die Untersuchungen waren es nur 2,1 Prozent. „Die Behandlungsergebnisse nach zwölf Monaten waren aber in beiden Gruppen gleich.", so Märker-Hermann. „Wir raten den Ärzten deshalb, zunächst auf Röntgen oder MRT zu verzichten und die Arbeitsdiagnose des nichtspezifischen Rückenschmerzes weiter zu verfolgen", erklärt Märker-Hermann als Mitautorin der Leitlinie. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass sich eine ernste Erkrankung ausschließen lässt. „Es ist deshalb wichtig, bei Anamnese und Erstuntersuchung auf Warnsignale, so genannte ‚Red Flags', zu achten, die eine sofortige Operation oder andere Therapien notwendig machen", betont Märker-Hermann. So können verstärkte Schmerzen in der Nacht oder Fieber auf Infektionen oder Tumoren hinweisen. Lähmungen können ein Warnsignal für eingeklemmte Nerven sein. Auch bei älteren Menschen oder während einer Kortisonbehandlung kann eine sofortige Röntgen- oder MRT-Untersuchung notwendig sein. Diese Patienten haben nämlich ein erhöhtes Risiko, auch nach leichten Verletzungen einen Wirbelbruch zu erleiden. Bei chronischen Kreuzschmerzen gelte es, weitere fachärztliche Untersuchungen zu veranlassen und psychosoziale Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
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