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19.10.2011

Ohne Medikamente gegen Herzrhythmus-Störungen oft wirkungsvoller

Zu den Besonderheiten des Herzens gehört sein System der autonomen Erregungsbildung und Erregungsleitung. Dieses sorgt dafür, dass sich das Herz seinen Rhythmus mit Hilfe spezialisierter Muskelzellen nicht nur selbst generiert, sondern auch richtig koordiniert an die verschiedenen Bereiche des Organs weiterleitet. Nur so ist eine regelmäßige und funktionelle Pump-Arbeit möglich. Leider können in diesem System Fehler auftreten, die dazu führen, dass der physiologische Herzrhythmus im ganzen Organ oder in einzelnen Bereichen des Herzens gestört wird. Folgen können vielfältig sein. Ein zu schneller oder zu langsamer Puls ist ebenso möglich wie harmloses „Herzstolpern", lebensgefährliche Kammertachykardien oder Vorhofflimmern, das zu deutlich erhöhtem Schlaganfallrisiko führt.

Lange Zeit waren Medikamente (Antiarrhythmika) und Herzschrittmacher die einzigen Therapieoptionen zur Behandlung von Herzrhythmus-Störungen. Wobei eine dauerhaft erforderliche medikamentöse antiarrhythmische Therapie trotz beschränkter Effektivität auch oft erhebliche Nebenwirkungen mit sich brachte. „Heute steht die nicht-medikamentöse Therapie ganz im Vordergrund", berichtete Prof. Dr. J. Christoph Geller (Bad Berka), Präsident der Jahrestagung der Arbeitsgruppe Rhythmologie auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die vom 6. - 8. Oktober 2011 in Düsseldorf stattfand. „Insbesondere die Katheterablation - das heißt die Verödung des für die Entstehung einer Herzrhythmusstörung verantwortlichen Areals im Bereich des Herzmuskels - stellt heutzutage für viele Patienten die bessere Therapiealternative dar."

Mit dieser Behandlung können nicht nur regelmäßige Formen von Herzrhythmusstörungen mit einer sehr hohen Erfolgsrate angegangen werden, sondern auch komplexe Rhythmusstörungen, zum Beispiel Vorhofflimmern, die mit Abstand häufigste Form einer Herzrhythmusstörungen. Auch Kammer-Rhythmusstörungen, die insbesondere bei Patienten mit struktureller Herzerkrankung teilweise lebensbedrohlich sein können, lassen sich mittels Katheterablation erfolgreich behandeln. „Die Erfolgsrate der Ablation ist im Vergleich zur medikamentösen antiarrhythmischen Therapie höher", betonte Prof. Geller. Denn nach erfolgreicher Katheterablation sei eine dauerhafte medikamentöse antiarrhythmische Therapie in der Regel nicht mehr erforderlich.

Eine bemerkenswerte Entwicklung hat auch die Therapie mit Hilfe implantierbarer Aggregate (Defibrillatoren und so genannter Resynchronisations-Geräte) genommen. „Implantierbare Defibrillatoren sind die effektivste Methode zur Verhinderung des plötzlichen Herztodes", erläuterte Prof. Geller. „Diese Geräte werden aufgrund sehr guter Studienergebnisse heutzutage oft bereits implantiert, bevor ein Patient ein solches bedrohliches Ereignis erleidet." Die Behandlung der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist durch die Resynchronisations-Therapie in den letzten Jahren revolutioniert worden. Neben der pathophysiologisch orientierten medikamentösen (herzentlastenden) Therapie ermöglicht diese spezielle Form der Schrittmachertherapie nicht nur eine bemerkenswerte Besserung der Beschwerden des Patienten, sondern führt auch zu einer Verbesserung der Überlebensrate.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

 

 



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