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27.10.2011

Immer weniger Deutsche sterben an einem Herzinfarkt

In Deutschland sterben immer weniger Menschen an einem Herzinfarkt. Das berichtete Dr. Ernst Bruckenberger, Autor des 23. Herzberichts auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die vom 6. - 8. Oktober 2011 in Düsseldorf stattfand.  Die Sterblichkeit pro 100.000 Einwohner bei den so genannten ischämischen Herzkrankheiten (die infolge schlechter Durchblutung eintreten) ist in Deutschland von 2000 bis 2010 von 203,8 auf 162,8 gesunken. Allerdings gibt es sehr starke regionale Unterschiede: Sie schwanken zwischen den Bundesländern von 136 (pro 100.000 Einwohner) in Baden-Württemberg bis 271,2 in Sachsen-Anhalt.

Der Anteil der am akuten Herzinfarkt Gestorbenen an allen Gestorbenen ist von 2000 bis 2010 kontinuierlich von 8,5 Prozent auf 6 Prozent gesunken. „Es gibt einen erfreulichen Trend bei allen Herz-Kreislauferkrankungen, deren Anteil an allen Krankheiten kontinuierlich abnimmt. In Übereinstimmung mit weltweiten Trends in den Industrienationen Krankheiten - ist auch in Deutschland die Sterblichkeit (Mortalität) aufgrund eines akuten Herzinfarktes oder  ischämischer Herzkrankheiten von 2000 bis 2010 um etwa 20 Prozent gesunken", kommentiert DGK-Präsident Prof. Dr. Georg Ertl aus Würzburg die Ergebnisse. „Die Ursachen für diese Trends sind sicherlich vielfältig. Einen wesentlichen Teil könnten die Entwicklungen in Diagnostik, Therapie und Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen beitragen. Es fällt auf, wie hoch der Anteil der Patienten über 70 und über 80 Jahre ist, die einer Katheterintervention unterzogen werden. Möglicherweise tragen diese Trends zum Überleben bei, führen andererseits aber auch zu einer Zunahme an älteren Patienten mit vielfältigen Komorbiditäten."

Des Weiteren wird aus dem aktuellen Herzbericht ersichtlich, dass der akute Herzinfarkt in Deutschland nach wie vor überwiegend eine Männerkrankheit ist: Männer werden weit häufiger wegen eines Herzinfarkts in ein Krankenhaus eingeliefert als Frauen, sie versterben häufiger daran als Frauen und belasten damit das Gesundheitsbudget weit stärker als Frauen. 253,9 Männer pro 100.000 Einwohner wurden 2009 wegen eines akuten Infarktes in ein Krankenhaus eingeliefert, die Zahl der Männer lag mit 330,2 um 82,9 Prozent über jener der Frauen (180,5).

Die Sterbeziffer bei akutem Herzinfarkt liegt insgesamt bei 68,7 pro 100.000 Einwohner. Bei Männern mit 77,1 um 27 Prozent über jener der Frauen (60,7). Dieser Trend spiegelt sich auch bei den Krankheitskosten für Herzinfarkte wieder: Nach der aktuellen Krankheitskostenrechnung des Statistischen Bundesamtes (2008) entstanden für die Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege von an einem akuten Herzinfarkt erkrankten Menschen Kosten von 1,841 Milliarden Euro (Männer: 1,218 Milliarden, Frauen: 623 Millionen). Die Krankheitskosten des akuten Herzinfarkts der Männer lagen insgesamt 95,5 Prozent über den Krankheitskosten der Frauen. Mit zunehmendem Alter verringerte sich dieser Abstand allerdings.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

 

 



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