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11.01.2012 Warum Männer seltener an Entzündungen leiden An Krankheiten wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis oder Asthma leiden mehrheitlich Frauen. Offenbar spielen die Sexualhormone - und zwar insbesondere das Testosteron - eine wichtige Rolle, warum Männer deutlich seltener von entzündlichen Erkrankungen betroffen sind als Frauen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena (siehe The Faseb Journal 2011, Band 25, Nr.10, Seite 3377-3387). „In einer Reihe von Untersuchungen konnten wir zeigen, dass die Zellen, die für die Entstehung von Entzündungen verantwortlich sind, bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich reagieren", erläutert Studienleiter Dr. Carlo Pergola vom Institut für Pharmazie der Universität Jena. So produzierten bestimmte Immunzellen (so genannte Monozyten) von Frauen fast doppelt so viel entzündungsfördernde Substanzen (aus der Klasse der Leukotriene) wie die von Männern. Die Jenaer Forscher sind in der nun vorgelegten Studie gemeinsam mit Kollegen aus Tübingen, Stockholm und Neapel den molekularen Ursachen für diese Unterschiede nachgegangen. Dafür haben sie Immunzellen von männlichen und weiblichen Probanden isoliert und im Reagenzglas u. a. die Aktivität der Enzyme getestet, die für die Produktion der entzündungsfördernden Substanzen verantwortlich sind. Dabei stellten sie fest, dass in männlichen Zellen das Enzym Phospholipase D weitaus geringer aktiv ist als in den weiblichen. „Interessanterweise verringert sich die Enzymaktivität unter dem Einfluss von Testosteron - auch in den weiblichen Immunzellen", nennt Dr. Pergola ein zentrales Ergebnis. Daraus schließen die Jenaer Pharmazeuten, dass dem männlichen Sexualhormon eine Schlüsselrolle bei der Modulation der Immunantwort zukommt. Dies würde beispielsweise auch das bereits früher beobachtete Phänomen erklären, wonach Testosteron Männer vor Arteriosklerose schützen kann. Vor allem aber, so betont Prof. Dr. Oliver Werz von der Uni Jena, sollten die neuen Erkenntnisse bei der Prüfung neuer Therapien und Arzneimittel für Entzündungserkrankungen berücksichtigt werden. „Nach wie vor ist es in aller Regel so, dass neue Therapien ausschließlich an männlichen Probanden getestet werden." Wie die Jenaer Studie jetzt untermauert hat, lassen sich die an männlichen Versuchspersonen gewonnenen Ergebnisse aber nicht direkt auf Frauen übertragen. Im Gegenteil: Wichtig wäre eine jeweils maßgeschneiderte Therapie für Männer und Frauen. Quelle: The Faseb Journal 2011, Band 25, Nr.10, Seite 3377-3387 Weitere Meldungen zum Thema:
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