Rheumatologen im Netz

Mitglied der Ärzte im Netz

News


07.12.2011

Mit Gicht kann die Weihnachtszeit hart werden

Eine krosse Weihnachtsgans mit Bratensauce, dazu ein Glas Rotwein - für Gichtbetroffene ist ein solcher Schmaus tabu. Denn Fleisch ist reich an Purinen und Alkohol erschwert das Ausschwemmen von Harnkristallen. Beides kann bei Gichtpatienten schmerzhafte Gelenkbeschwerden auslösen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können die Gelenke auf Dauer Schaden nehmen.

Warum das so ist und was man selbst tun kann, um die Erkrankung in den Griff zu bekommen, erfährt man im Internetforum der Deutschen Rheuma-Liga vom 7. bis 14. Dezember 2011: http://www.rheuma-liga.de/. Als Experten beraten: Prof. Dr. med. Stefan Schewe (Rheumazentrum München e.V., Medizinische Poliklinik der Universität München) und Prof. Dr. med. habil. H.-E. Schröder (Facharzt für Innere Medizin/Rheumatologie und Nephrologie, Geriatrie, Zeisigwaldkliniken Bethanien, Chemnitz). Tipps zur gichtgerechten Ernährung gibt Diätberaterin Steffi Wagner vom Klinikum Bethanien.

Gicht ist eine meist angeborene Stoffwechselerkrankung, bei der es zu einer erhöhten Konzentration von Harnsäure im Blut kommt. Dieses Abfallprodukt des Zellstoffwechsels kann von den Betroffenen nicht optimal über die Nieren ausgeschieden werden. Daher kommt es bei einem Überangebot von Harnsäure zu Ablagerungen dieser Substanz in kristalliner Form in Gelenken, Nieren, aber auch Weichteilen. Ansammlungen von Harnsäurekristallen in der Gelenkflüssigkeit können zu arthritisähnlichen Schmerzattacken führen. Zwei Prozent der Bundesbürger sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie an Gicht erkrankt.

„Bei einem Gichtanfall ist meist das Grundgelenk des großen Zehs betroffen. Es rötet sich, schwillt an und schmerzt stark", erklärt Prof. Dr. med Stefan Schewe, ärztlicher Berater der Rheuma-Liga. Bei einem Großteil der Patienten klingen die Beschwerden innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen von selbst wieder ab. Doch nur ein dauerhaftes Absenken des Harnsäurespiegels kann ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern. „Deshalb ist es so wichtig, bei Gichtpatienten einen Harnsäurespiegel von unter 6mg/dl zu erreichen", betont Schewe. Hierfür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Produktion von Harnsäure im Körper vermindern. Zudem kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die das Ausscheiden der Harnsäure über die Nieren verbessern.

Bei der Ernährung gilt: Wenig Fleisch, dabei vor allem die Haut entfernen, keine Fleischbrühe, möglichst frisch kochen und auf Fertigprodukte verzichten, die häufig mit Fleischkonzentrat angereichert sind. Milchprodukte, Gemüse, Obst, Reis, Kartoffeln oder Nudeln sind jederzeit erlaubt. Dabei sollte man viel trinken, aber möglichst auf Alkohol - egal ob Bier oder Wein - verzichten.

Mehr Informationen für Gichtbetroffene gibt es im zweiseitigen Infoblatt „Gicht", das bei den Rheuma-Liga-Verbänden kostenlos bestellt werden kann und das auch im Internet verfügbar ist unter: http://www.rheuma-liga.de/uploads/neumann/dokumente/2009/drl_mb_1.6_gicht_neu.pdf

Bestelladresse: Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V., Maximilianstr. 14, 53111 Bonn, Fax: 0228-7660620, E-Mail: bv@rheuma-liga.de  oder per Info-Telefon: 01804-600 000 (20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, bei Mobiltelefon max. 42 Cent). 

 



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Vor Afrikareise Impfschutz überprüfen

Wer nach Afrika reisen will, sollte sich gegen Meningokokken impfen lassen.

zum Artikel...

Grippe-Impfung

Wer chronisch krank ist, sollte sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen, um das Risiko für Komplikationen durch eine Influenza zu senken. Dazu raten die Internisten vom BDI. Fragen rund um die Grippe-Impfung können auf http://www.impfenimdialog.de/ an Experten gestellt werden, die sie innerhalb von 3 Tagen online beantworten.

zum Artikel...

Was kann bei Reizmagen tun?

Ungesunde Ernährung und Stress sind die häufigsten Auslöser eines Druckgefühls und Schmerzen in der Magengegend...

zum Artikel...

Dem Diabetischen Fuß vorbeugen

Die richtige Fußpflege und das Tragen bequemer Schuhe sind ein wichtiger Beitrag...

zum Artikel...

Vorsicht bei Herzstolpern nach Erkältung

Treten nach einem bereits überstanden geglaubten grippalen Infekt Atemnot und Herzrhythmusstörungen auf, so kann die Ursache eine nicht ungefährliche Entzündung des Herzmuskels sein...

zum Artikel...

Den Blutdruck korrekt messen

Für eine korrekte Messung des Blutdrucks zu Hause mit einem Messgerät für das Handgelenk gibt es einige Regeln zu beachten...

zum Artikel...

Wie man Diabetes verhindern kann

Auch bei erhöhtem Blutzucker-Wert kann man eine Diabetes-Erkrankung vermeiden...

zum Artikel...

Was Sie über Grippe wissen sollten

Hier finden Sie Infos zu Ansteckung, Symptomen, Vorsorge und Impfung...

zum Artikel...

Krankenkassen bezahlen Reiseimpfungen

Hier finden Sie eine Liste der 50 größten Versicherer zum Ausdrucken...

zum Artikel...

Schilddrüsen-Check

Internisten empfehlen jährliche Tast-Untersuchung der Schilddrüse...

zum Artikel...

Herzrhythmusstörungen: Sport hält Herz im Takt

Auch wer Probleme mit dem Herzschlag hat, braucht auf Sport nicht zu verzichten...

zum Artikel...