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05.01.2012 Wer sich häufig ärgert, stirbt früher Herzinfarkt-Patienten, die sich häufig ärgern oder gestresst sind, haben eine schlechtere Prognose. Das sind die Ergebnisse einer Zehn-Jahres-Studie des Instituts für Klinische Physiologie in Pisa (Italien), die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (European Society of Cardiology, ESC) in Paris vorgestellt wurde. Negative Emotionen wie Feindseligkeit, Wut, Depressionen, Angst und soziale Isolation sind Herz schädigend, während positive Gefühle wie Phantasie, Mitgefühl und spirituelle Interessen das Herz schützen, berichten die Studienautoren. Die Studie mit 228 Teilnehmern aus 13 italienischen Herzstationen, die zwischen 1990 und 1995 einen Herzinfarkt erlitten hatten, untersuchte den Einfluss von Verhaltensmustern auf die Prognose von Infarkt-Patienten. Die Patienten wurden zunächst einem Persönlichkeitstest (Cattells Sixteen Personality Factors Questionnaire and Psy Inventory) unterzogen und dann zehn Jahre lang beobachtet. In dieser Zeit gab es 51 so genannte kardiale Ereignisse, wie z.B. einen neuerlichen Herzinfarkt. Mithilfe eines statistischen Analyseverfahrens (Cox Modell) untersuchten die Studienautoren, welche Faktoren (z.B. Alter, Geschlecht, psychische Faktoren, klinische Daten etc.) eine Vorhersage dieser Ereignisse ermöglichten. Die Ergebnisse zeigten, dass insbesondere Ärger- und Stress die Prognose der Patienten verschlechterten. Patienten mit einem hohen Niveau von Ärger und Wut hatten ein 2,3-fach höheres Risiko für Herzprobleme als Patienten die sich wenig ärgerten. Bei Menschen mit einem hohen Stress-Niveau betrug dieses Risiko das 1,9-fache gegenüber jenen mit wenig Stress. Während unter den Patienten, die sich wenig ärgerten, 78,5 Prozent in zehn Jahren keinen weiteren Herzinfarkt erlitten, waren es unter denjenigen mit einem hohen Wut- und Ärger-Niveau nur 57,4 Prozent. „Diese Zusammenhänge sind bedeutsam für Patienten nach einem akuten Herzinfarkt mit ihrer speziellen Verletzlichkeit und ihrem erhöhten Risiko. Die gute Nachricht ist, dass diese Patienten die Chance haben, ihr Verhalten zu ändern", betont Studienleiter Dr. Franco Bonaguidi. „Das ist ein günstiger Zeitpunkt für psychologische Interventionen und Verhaltenstherapie, wenn Patienten dies brauchen." Die Ergebnisse, so die Studienautoren, würden die Notwendigkeit eines multidimensionalen therapeutischen Zugangs nahelegen, der neben körperlicher und medikamentöser Therapie auch eine psychotherapeutische Behandlung einschließe. Diese sollte nicht nur übertriebene Wut und Ärger behandeln, sondern auch tiefer liegenden Schmerz, der sich häufig in Wut und Ärger ausdrücke. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
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