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21.12.2011 Bei Laktoseintoleranz meist trotzdem etwas Milch bekömmlich Kakao, Milchkaffee oder Joghurt - kommt es bei Ihnen nach dem Verzehr dieser Lebensmittel auch zu Durchfall, Blähungen oder krampfartigen Bauchschmerzen? Nicht alle Menschen können Milch und Milchprodukte uneingeschränkt genießen: Etwa 15-20 % der Deutschen leiden an einer Lactoseintoleranz, einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose (Milchzucker). Lactose ist natürlicherweise in Milch und Milchprodukten wie Quark, Sahne, Käse und Molke enthalten. Damit der Körper den Milchzucker verdauen kann, muss er mithilfe des Enzyms Lactase im Dünndarm in die Einzelbausteine Glucose oder Galactose zerlegt werden. Fehlt dieses Enzym oder ist seine Aktivität vermindert, gelangt die Lactose unverändert in den Dickdarm, wo Darmbakterien sie zu Milchsäure, Essigsäure und Kohlendioxid abbauen. Mögliche Folgen sind Durchfall, Blähungen, Magenkrämpfe, heftige Bauchschmerzen sowie Völlegefühl. Nicht immer muss allerdings ein Verzicht auf Milch und Milchprodukte, die wichtige Calciumlieferanten darstellen, die Konsequenz sein. Denn meist ist eine Restaktivität des Lactose spaltenden Enzyms vorhanden. Wie viel Lactose vertragen wird, muss individuell ermittelt werden. Um die persönliche Grenze auszuloten, ist der DGE zufolge eine Ernährungsumstellung in drei Phasen sinnvoll. Dazu meiden Betroffene in den ersten zwei Wochen weitestgehend laktosehaltige Nahrungsmittel, rät die DGE in der Broschüre Essen und Trinken bei Lactoseintoleranz. Grundsätzlich unproblematisch seien aber laktosefreie Milch und Milchprodukte sowie Hart- und Schnittkäse wie Gouda, Edamer und Tilsiter. Sie sind nahezu laktosefrei, weil der Milchzucker durch die Käsereifung abgebaut wird. Sind die Laktoseintoleranz-typischen Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Magenkrämpfe und Bauchschmerzen abgeklungen, kommen Milch und Milchprodukte nach und nach wieder auf den Speiseplan. Die DGE rät, sie auf mehrere Portionen am Tag aufzuteilen und zusammen mit einer Mahlzeit zu verzehren. Gut verträglich seien häufig nicht wärmebehandelte Sauermilchprodukte wie Joghurt und Kefir sowie probiotische Produkte. Die darin vorhandenen Milchsäurebakterien bauen den hohen Laktosegehalt der Speisen weitgehend ab. Aus dieser Testphase entwickeln Betroffene dann ihre dauerhafte Ernährung, die so zusammengesetzt sein sollte, dass sie nicht zu Beschwerden führt. In Absprache mit ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatung können laktasehaltige Enzympräparate verwendet werden, wenn zum Beispiel bei einer Essenseinladung laktosehaltige Gerichte unvermeidlich sind. Diese und weitere Ratschläge sind in der neu aufgelegten Broschüre Essen und Trinken bei Lactoseintoleranz der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V. zusammengestellt, die über Ursachen, Formen, Symptomatik und Diagnostik der Lactoseintoleranz informiert und Ernährungsempfehlungen für die Praxis gibt. Auch Lebensmitteltabellen sowie Adressen von Ernährungsfachkräften sind enthalten. Die 20-seitige Broschüre kann unter der Artikel-Nr. 123026 zum Preis von 1,00 Euro zzgl. Versandkosten beim DGE-MedienService bestellt werden, Tel.: 0228 9092626, Fax: 0228 9092610, http://www.dge-medienservice.de/. Quelle: dpa |
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