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28.12.2011

Rheuma-Qualitätsprojekt soll 2012 trotz deutlicher Erfolge nicht fortgesetzt werden

Der Landesvorstand Bayern des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) bedauert, dass das seit Januar 2010 laufende Qualitätsprojekt Rheuma zum Jahresende beendet werden soll, und befürchtet demzufolge eine beträchtliche Verschlechterung der Versorgung von Patienten mit Rheumatoider Arthritis. „Obwohl mit den Qualitätsmaßnahmen, die wir gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayern und den Krankenkassen auf den Weg gebracht haben, nachweislich eine Verbesserung der Krankheitsaktivität und der Früharthritissprechstunde erreicht werden konnte, soll das Projekt ‚Elektronische Dokumentation Rheuma' bis zum 31.12.2011 offenbar ersatzlos auslaufen", kritisiert Dr.Florian Schuch,  Landesvorsitzender des BDRh in Bayern und praktizierender Rheumatologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis in Erlangen.

 

Mehr als 40.000 Rheumatiker pro Jahr in Bayern dokumentiert

Die ‚Elektronische Dokumentation Rheuma' ist ein bundesweit einmaliges Qualitätsprojekt zur Erfassung von Funktion und Krankheitsaktivität bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), der häufigsten systemisch entzündlichen Autoimmun-Erkrankung, die 1 % der Bevölkerung betrifft. „Mit der Qualitätsmaßnahme Elektronische Dokumentation Rheuma wurden seit dem 01.01.2010  erstmalig flächendeckend und IT-gestützt die Krankheitsaktivität und Funktionskapazität bei Patienten/-innen in Bayern mit der Diagnose RA dokumentiert", berichtet Schuch. An dieser Qualitätsmaßnahme, die in enger Abstimmung zwischen der KV Bayern, den gesetzlichen Krankenkassen und dem BDRh, Landesverband Bayern, entwickelt wurde, nahmen 94 % der aktuell 52 bayernweit tätigen niedergelassenen internistischen Rheumatologen teil und dokumentierten insgesamt 40.000 Patienten pro Jahr. Die Patientendaten wurden entsprechend den datenschutzrechtlichen Vorgaben pseudonymisiert ausgewertet und quartalsweise innerhalb von 14 Tagen an die KVBayern weitergeleitet.

 

Eindeutige Erfolge hinsichtlich frühzeitiger Behandlung und Kontrolle der Krankheitsaktivität

Ein wichtiges Ziel der Qualitätsmaßnahme war die Förderung von Neuvorstellungen in den Praxen. Bereits im ersten Quartal der Qualitätsmaßnahme lag die Quote der Neuvorstellungen mit 30 % deutlich über dem Mindestziel von 10 %. „Eine Förderung der Früharthritis-Sprechstunde - d.h. das möglichst frühzeitige Erkennen und rechtzeitige Behandeln einer RA - wurde damit in hervorragender Weise durch diese Qualitätsmaßnahme erreicht", erläutert Schuch. Auch das langfristige Ziel einer besseren Kontrolle der Krankheitsaktivität (durch eine subtile Untersuchung jedes einzelnen Gelenkes auf Schwellung und Schmerzhaftigkeit nach dem DAS 28 Krankheitsaktivitätsscore und einer entsprechend angepassten, medikamentösen Behandlung) wurde bereits in den ersten Quartalen der Qualitätsmaßnahme erreicht. So war der DAS 28 in den Quartalen 1 bis 4 des Jahres 2010 kontinuierlich von 3,12 auf 2.95 rückläufig. „Aus diesen DAS 28-Daten war sowohl eine im internationalen Vergleich gute Kontrolle der Krankheitsaktivität der von den niedergelassenen Rheumatologen betreuten Patienten mit RA ersichtlich, als auch der Erfolg einer qualitätsorientierten Untersuchung und Leitlinien-orientierten Behandlung", fasst Schuch zusammen.

 

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns wünscht eine Fortsetzung des Projektes

„Angesichts der guten Erfolge ist es in besonderem Maße bedauerlich, dass dieses Qualitätsprojekt mit dem 31.12.2011 beendet und nicht mehr von den bayerischen gesetzlichen Krankenkassen gefördert werden soll", betont Schuch. „Aus Sicht des BDRh wird von den Krankenkassen in Bayern damit eine wichtige Chance vergeben, die Versorgung von Patienten mit RA nachhaltig und nachweislich zu verbessern. Denn nur durch eine frühzeitige Diagnostik und Therapie können die gesundheitlichen Beschwerden von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, die mit Schmerzen und Behinderung und allgemein einer hohen Morbidtät und Mortalität einhergehen, nachhaltig verbessert werden. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns unterstützt und wünscht eine Fortsetzung unseres Qualitätsprojektes. Schließlich könnte mit einer ergänzenden, IT-gestützten Erfassung der medikamentösen Behandlung nicht nur eine hoch effektive und zeitnahe Versorgungsforschung betrieben werden. Dies böte auch die Möglichkeit, zeitnah optimale Behandlungsmöglichkeiten herauszufiltern und damit ein lernendes System zum Nutzen der Patientenversorgung zu etablieren."



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