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16.02.2012

Herzmuskelschwäche wird häufiger

Kardiologen rechnen mit einer weiteren Zunahme von Herzinsuffizienz-Erkrankungen in Deutschland. „Der ‚Tsunami der Kardiologie' wird uns angesichts der demografischen Entwicklung noch massiv beschäftigen", sagte die Ärztliche Direktorin des Dresdner Herzzentrums, Prof. Ruth Strasser, am 26.1.12 im Vorfeld der Dresdner Herz-Kreislauf-Tage. Bei der drittgrößten Veranstaltung ihrer Art bundesweit diskutieren rund 1200 Mediziner über neue Methoden zur Senkung von Bluthochdruck, Innovationen bei der Behandlung von Herzinsuffizienz sowie neue Medikamente zur Blutgerinnung.

Bei Herzinsuffizienz - auch als Herzmuskelschwäche bekannt - kann das Herz die vom Körper benötigte Blutmenge nicht ohne Druckanstieg in die Herzvorhöfe pumpen. Zwar ist die Sterblichkeit bei der Krankheit laut Strasser rückläufig. „Die Anzahl der Patienten aber nimmt dramatisch zu."

Diese Erkrankung des höheren Alters sei chronisch und sehr schwer zu behandeln. „Gute Medikamente können sie nur begrenzen und dank Früherkennung kann ein Fortschreiten der Krankheit aufgehalten werden." Ein Grund für die Zunahme sei auch, dass mehr Menschen einen Herzinfarkt überlebten, aus dessen Narbe sich eine Insuffizienz entwickeln könne.

Die hohe Infarktsterblichkeit in Sachsen erkläre sich auch durch das hohe Aufkommen an Diabetikern und älteren Patienten. „Vor 20 Jahren ist in Deutschland jeder Vierte mit einem akuten Infarkt gestorben, inzwischen sind es international nur noch fünf bis sieben Prozent." Das sei das Verdienst der modernen Medizin, die in Deutschland allerdings nicht mehr ohne Unterstützung der Industrie auskomme. „Für klinische Studien gibt es keine wirklichen Förderinstrumente", betonte Strasser. Innovationen kämen von deutschen Wissenschaftlern, die gesetzlich vorgeschriebenen Studien dazu würden aber in den USA gemacht. „Wir können das nur noch reimportieren."

Quelle: dpa



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