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05.04.2012 Weniger Herzinfarkte durch Rauchverbote Jeder weiß, dass Rauchen ungesund ist. Trotzdem fällt es selbst rauchenden Herzpatienten schwer, die Finger vom Glimmstängel zu lassen. „Diese Patienten denken oft, die schädliche Wirkung trifft nur die anderen", erläutert Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) in München. Viele schafften es nicht, das Laster zu besiegen, auch wenn sie schon eine Diagnose über Herzprobleme gestellt bekommen haben. Brück bemühe sich daher, ihnen deutlich zu machen, wie wichtig ein Rauchstopp für ihre eigene Herzgesundheit sei und konkrete Tipps zu geben, wo und wie sie Hilfe bei der Nikotinentwöhnung bekommen. Einer aktuellen Studie der Krankenkasse DAK zufolge haben die nach und nach eingeführten Rauchverbote in Gaststätten dazu geführt, dass die Klinik-Behandlungen wegen eines Herzinfarktes um 8 Prozent zurückgegangen sind. Die Zahl der stationären Behandlungen wegen Angina pectoris, einer Vorstufe des Herzinfarkts, ging demnach um 13 Prozent zurück. Im Jahr nach der Einführung konnten somit allein bei der DAK-Gesundheit 1880 Krankenhausbehandlungen verhindert und 7,7 Millionen Euro gespart werden. Bei der Studie handelt sich um die erste umfangreiche Untersuchung in Deutschland zu diesem Thema. Krankenhausdaten von mehr als drei Millionen Versicherten wurden über fünf Jahre ausgewertet. Nach Angaben der Kasse handelt es sich damit auch um die weltweit größte Studie, die die Wirkung von Rauchverboten aufzeigt. „Diese Zahlen bestätigen, was wir bereits aus anderen Ländern wie den USA oder Italien wissen", betont Brück. Rauchverbote haben allgemein sich als sinnvoll erwiesen. Die schädliche Wirkung des Tabakrauchs treffe schließlich nicht nur den aktiven Raucher, sondern auch den Passivraucher. Durch die Aufnahme von Schadstoffen aus dem Zigarettenrauch verkrampfen die Gefäße. Auch die Durchblutung und die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtern sich. Der gesamte Körper werde so weniger gut durchblutet, die Haut schlechter versorgt. Im schlechtesten Fall verklumpt das Blut, es kann zu Ablagerung oder gar Gefäßverschlüssen kommen. Betrifft das ein Herzkranzgefäß, ist der Herzinfarkt da. Nach der jüngsten Erhebung (Herzbericht 2010 von Ernst Bruckenberger) gab es in Deutschland zuletzt 207.691 akute Herzinfarkte im Jahr, die im Krankenhaus behandelt wurden. 56.226 Menschen starben daran - 30.934 Männer und 25.292 Frauen. Dazu kommen fast 4000 Tote wegen rezidivierenden, also wiederkehrenden Infarkten. Abhilfe schafft nicht nur der Rauchstopp, sondern in großem Maße auch regelmäßiger Sport. „Bewegung ist der direkte Gegenspieler des Rauchens", erklärte Brück. „Die Gefäße werden dadurch geschmeidiger und lockerer, die Durchblutung verbessert sich, das Blut bekommt bessere Fließeigenschaften." Deswegen rät er seinen Herzpatienten nicht nur, von der Zigarette zu lassen, sondern auch regelmäßig körperlich aktiv zu sein, wenn ihr Gesundheitszustand es zulässt. Quelle: dpa Weitere Meldungen zum Thema:
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