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10.04.2012

Häufige nächtliche Toilettengänge können auf Herzerkrankung hindeuten

Häufiger Harndrang in der Nacht gilt als mögliches Warnzeichen für bestimmte Krankheiten und wurde bislang vornehmlich Patienten mit einer Herzschwäche oder Prostataproblemen zugeordnet. Wer nachts mindestens zweimal oder noch öfter zur Toilette gehen muss, ist aber möglicherweise auch gefährdet, eine koronare Herzkrankheit (KHK) zu entwickeln. . Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus den USA (siehe  BJUI (2012), Online-Vorabveröffentlichung am 10. Januar). Betroffene sollten sich daher im Zweifel auch von einem Kardiologen untersuchen lassen. Dieser kann mithilfe eines Herzkatheters (Koronarangiografie) feststellen, ob die Herzkranzgefäße (Koronararterien) verengt sind. Zum Ausschluss einer Koronarerkrankung kann in manchen Fällen auch eine Computertomografie (CT-Angio) eingesetzt werden. „Ablagerungen von Fett und Bindegewebe in den Herzkranzgefäßen führen zu Verengungen (Stenosen) oder Verschlüssen der Koronararterien, so dass das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird", erläutert Dr. med. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (BNK) und praktizierender Kardiologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie in Kirchheim. „Das führt bei den Patienten zu mehr oder weniger starken Schmerzen (Angina pectoris) - zunächst bei körperlicher Belastung, später auch in Ruhe. Sobald die Durchblutung stark eingeschränkt wird, können Herzmuskelzellen infolge des Sauerstoffmangels absterben, und es entsteht ein Herzinfarkt."

Stärkerer nächtlicher Harndrang bei Männern über 60 mit erhöhter Sterberate verbunden

US-Forscher haben 2447 Männer im Alter zwischen 40 und 79 Jahren über einen Zeitraum von im Mittel 17 Jahren beobachtet und sie alle zwei Jahre befragt, welche Gesundheitsprobleme bei ihnen neu aufgetreten sind, und wie oft in der Nacht sie zur Toilette gehen (siehe BJUI (2012), Online-Vorabveröffentlichung am 10. Januar). Männer mit stärkerem Harndrang (per Definition: zwei oder mehr Toilettengänge pro Nacht - im Fachjargon auch als mittlere Nykturie bezeichnet), die jünger als 60 Jahre waren, tendierten dazu, später an einer KHK zu erkranken. „Häufige Toilettengänge in der Nacht sollten als Warnzeichen wahrgenommen werden, dass sich möglicherweise eine KHK anbahnt. Ist das nach ärztlicher Abklärung der Fall, sollte der Patient sogleich mit einer medikamentösen Therapie gegen Arterienverkalkung bzw. deren Ursachen beginnen und typische Risikofaktoren (wie Rauchen, Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel) minimieren", empfiehlt Smetak. Übrigens war das Auftreten einer mittleren Nykturie bei den Studienteilnehmern über 60 Jahren generell auch ein Hinweis auf eine erhöhte Mortalität: In dieser Altersgruppe war die Sterberate im Vergleich zu blasenstarken Männern um fast 50 Prozent erhöht. „Ab 60 Jahren wird dann - auch wegen der zunehmenden Begleiterkrankungen - ein regelmäßiger Gesundheitscheck beim Arzt natürlich umso wichtiger", betont Smetak.

 



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