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27.09.2007

Gefahr durch Zecken droht nun auch im Herbst und Winter

Wegen günstiger Klima-Bedingungen für Zecken werden die FSME-Infektionen wohl weiter zunehmen. Zecken sind inzwischen oft den ganzen Winter durch aktiv und können das ganze Jahr über FSME-Viren und andere Erreger übertragen. Experten gehen in Europa von mehr als 15.000 FSME-Erkrankungen pro Jahr aus. In Finnland sind inzwischen mit FSME-Viren befallene Zecken sogar 200 Kilometer südlich des Polarkreises gefunden worden.

Zecken lieben hohe Luftfeuchtigkeit und Bodentemperaturen über 7 Grad. Dies kommt den Bedürfnissen der Spinnentiere entgegen, denn Klimaprognosen zufolge wird es in Deutschland künftig wärmer und regnerischer werden. Eine klassische Winterruhe, wie sie Zecken früher einlegten, wird es dann kaum noch geben. Schon jetzt sind sowohl die Jugendstadien als auch die ausgewachsenen Tiere das ganze Jahr über aktiv. Auch im Gebirge gibt es Zecken inzwischen in immer höheren Lagen: So wurden im Riesengebirge in Tschechien noch auf 1.100 Meter Höhe Zecken gefunden.

Außer FSME-Viren sind 18 weitere Bakterien und Viren bekannt, die von Zecken übertragen werden. Die Spinnentiere können dabei auch von mehreren Erregern gleichzeitig befallen sein. „Bislang ist in Mitteleuropa die Bedeutung von weiteren durch Zecken übertragene Erkrankungen wie Ehrlichiose, Q-Fieber und Babesiose noch weitgehend unbekannt", sagt Dr. Martin Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten. Künftig sei jedoch damit zu rechnen, dass Patienten durch Zeckenstiche mit mehreren Erregern gleichzeitig infiziert werden können.

Borreliose und FSME sind nach wie vor die bedeutendsten Infektionen, die durch Zecken übertragen werden. Die Zahl der Borreliose-Erkrankungen wird auf 50 - 60.000 pro Jahr geschätzt, die genaue Zahl ist aber wegen fehlender Meldepflicht und häufig ungenauer Diagnose unbekannt. Die Anzahl der FSME-Erkrankungen ist dagegen genauer bekannt. So sind 2006 in Deutschland 546 FSME-Fälle gemeldet worden. Die Risikogebiete liegen hauptsächlich in Bayern und Baden-Württemberg. Das nördlichste Risikogebiet liegt in Hessen in der Region um Marburg. Für den Aufenthalt in Risikogebieten wird eine Impfung empfohlen. Eine Borreliose kann mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden.

Verschiedene Nachrichten rund zu Zeckenstichen finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu/

 



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