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01.10.2007

Nur jeder 10. Urlauber vervollständigt seinen Impfschutz

Einer Studie des Münchner Tropeninstituts zufolge erhalten weniger als 10% der Menschen nach den ersten Impfungen die für einen vollständigen Impfschutz notwendigen zweiten und gegebenenfalls dritten Impfungen. „Nur ein kompletter Impfzyklus verleiht jedoch einen ausreichenden und lang anhaltenden Schutz gegen gefährliche, manchmal sogar tödliche Infektionskrankheiten", warnt Prof. Hans Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut München. Wer vor seinem Urlaub mit einem Impfzyklus begonnen hat, sollte deshalb unbedingt daran denken, die noch ausstehenden Impfungen rechtzeitig vornehmen zu lassen.

In ihrer Untersuchung verglichen die Tropenmediziner die Impfquoten von über 600 Studienteilnehmern nach der ersten Impfung gegen die so genannte Reisegelbsucht Hepatitis A sowie gegen Hepatitis B. Die Ergebnisse zeigen, dass sich nur 49% ein zweites Mal gegen Hepatitis B und sogar nur 5% gegen Hepatitis A impfen ließen. Lediglich 6% erhielten die dritte Hepatitis-B-Impfung.

Nur kompletter Impfzyklus schützt vor Infektionen 

„Viele Reisende kommen vor dem Urlaub für die ersten Impfungen zu uns und vergessen dann die wichtigen zweiten und gegebenenfalls dritten Impfungen. Wer aber den angefangenen Impfzyklus nicht komplettiert oder die wichtigen Auffrischimpfungen vergisst, ist möglicherweise nicht ausreichend geschützt und kann im Urlaub eine böse Überraschung erleben", bestätigt Prof. Nothdurft die Studienergebnisse.

Für eine erfolgreiche Grundimmunsierung sind bei vielen Impfungen mehrere Impfungen im Abstand von Wochen, Monaten oder Jahren erforderlich. So umfasst eine Impfung gegen Tetanus 3 Impfungen, wobei die zweite Spritze im Abstand von 4-6 Wochen, die dritte 6-12 Monate nach der zweiten gegeben wird. Auch zur Vorbeugung gegen die Reisegelbsucht Hepatitis A werden 2 Impfungen im Abstand von 6-12 Monaten verabreicht. Für einen dauerhaften Schutz gegen Hepatitis B sind 3 Impfungen über einen Zeitraum von 6-12 Monaten notwendig.

Automatische Erinnerungen  helfen bei Einhaltung der Termine

„Die meisten Menschen sind nicht ausreichend vor gefährlichen Infektionskrankheiten geschützt", kritisiert Nothdurft. „Den Ergebnissen zufolge verbessern jedoch automatische Erinnerungssysteme die Impfrate deutlich", so der Tropenmediziner weiter. Erhielten Teilnehmer der Studie jeweils 2 Wochen vor Fälligkeit der nächsten Impfdosis eine schriftliche Benachrichtigung zu dem anstehenden Termin, stieg Impfrate für die zweite Hepatitis-B-Impfung von 49% auf 77% und für die zweite Hepatitis-A-Impfung von 5% auf 31%. Nach einer Erinnerung nahmen sogar 31% den dritten Termin für eine Hepatitis-B-Impfung wahr.

Inzwischen setzen deshalb immer mehr Ärzte Erinnerungsdienste ein, die ihre Patienten auf bevorstehende Impftermine hinweisen. Auch das Führen eines Impfpasses ist ein wichtiges Hilfsmittel, um künftige Impfungen nicht zu verpassen. Einige Krankenkassen planen, Bonussysteme für vollständige Impfzyklen einzuführen. Ärzte sollen so motiviert werden darauf zu achten, dass ihre Patienten alle notwendigen Impftermine auch wahrnehmen.

Verschiedene Nachrichten rund ums Impfen finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu/

 



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