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10.10.2007

Extremsport: Salzmangel durch zu viel Trinken

„Natriummangel ist eine häufige Komplikation bei extremen Ausdauersportarten. Besonders gefährdet sind langsame Läufer, die mehr als 4 Stunden für den Lauf benötigen", sagt Prof. Martin Halle vom Berufsverband Deutscher Internisten. Auch Frauen und Personen mit niedrigem Körpergewicht kann eine Unterversorgung mit Natrium drohen.

Viele Sportler sind fälschlicherweise der Ansicht, dass sie viel trinken müssten, um die Verluste durch das Schwitzen auszugleichen. Dadurch verstärken sie jedoch den Salzmangel zusätzlich. Sportler sollten deshalb bei großer Anstrengung nicht zuviel trinken.

„Isotonische Getränke helfen jedoch, einen Natriummangel zu vermeiden", rät Prof. Martin Halle. Anstelle von Wasser sollten die Läufer deshalb lieber solche Sportgetränke zu sich nehmen. Außerdem rät der Experte zu regelmäßigen Gewichtskontrollen im Training und zur Verringerung der Versorgungsstationen bei den Wettkämpfen. Dann überstünden die Sportler die Rennen ohne Gefahr eines Salzmangels.

Bei extremen Ausdauersportarten wie einem Marathonlauf verliert der Körper über den Schweiß eine größere Menge Salz, unter anderem Natrium. Natrium regelt im Körper die Verteilung des Wassers innerhalb und außerhalb der Zellen. Bei einem Natriummangel im Blut tritt Wasser in das Gewebe über.

Anlass der Warnung vor einer „Wasservergiftung" ist der Fall einer Freizeitsportlerin: Die schlanke 45-Jährige hatte am Frankfurter "Ironman" teilgenommen, der längsten Distanz bei einem Triathlon. Nachdem sie 3,8 Kilometer geschwommen und 180 Kilometer Rad gefahren war und dann noch einen Marathon erfolgreich absolviert hatte, brach sie mit einem Krampfanfall zusammen. Die Ärzte stellten Wasseransammlungen (Ödeme) in Gehirn, Lunge und anderen Geweben fest. Ursache war nach Ansicht der Mediziner ein extremer Abfall der Natriumwerte im Blut. Noch wichtiger sei jedoch gewesen, dass die Frau sich während des Wettkampfes reichlich an den kostenlosen Ausgabestellen bedient und viel Wasser getrunken habe. Das Wasser gelangte ins Blut, wo es den Salzmangel verstärkte. Es kam zu einer "Wasserintoxikation", einer Vergiftung durch zu viel Trinken.

Quelle:
DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007, 132: S. 1829-1832

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