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12.06.2014

Keuchhusten während WM leicht übertragbar

Manche Infektionskrankheit lässt sich nur durch regelmäßige und wiederholte Auffrischungsimpfungen auch im Jugend- und Erwachsenenalter verhindern und abwehren. Die Grundimmunisierung im Baby- und Kleinkindalter reicht nämlich nicht aus, um Krankheiten lebenslang und sicher zu verhüten. Ein typisches Beispiel ist der Keuchhusten (Pertussis). Nur noch ein Prozent der Erkrankungen treten im ersten Lebensjahr auf, 75 Prozent der Fälle dagegen bei über 19-jährigen. Das Durchschnittsalter lag noch 1995 bei 15 Jahren, seit 2008 beträgt es 42 Jahre.

Wegen fehlender Impfungen und Auffrischungen empfahl die STIKO - Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut - daher schon 2009 auch allen Erwachsenen die Keuchhusten-Impfung - mit der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung. Hierzu steht ein entsprechender Dreifach-Impfstoff zur Verfügung, der auch die Keuchhusten-Komponente enthält.

Heute, fünf Jahre nach dieser Empfehlung für Erwachsene besteht aber dennoch erheblicher Nachholbedarf, denn nur 12,5 Prozent sind gegen Keuchhusten geimpft, bei den über 60-jährigen sind es sogar nur 7,5 Prozent. Hohe Impfquoten in allen Altersgruppen sind aber wichtig, damit die Wirkung der so genannten Herdenimmunität alle diejenigen schützen kann, die nicht oder noch nicht geimpft werden können.

Gemeint sind hier insbesondere Säuglinge und Kleinkinder, die erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat geimpft werden können und deren Grundimmunisierung erst zwischen dem elften und 14. Lebensmonat abgeschlossen ist. Für sie kann eine Pertussis-Infektion fatale Folgen haben, denn sie haben keinen Nestschutz - wie bei einigen anderen Infektionskrankheiten - d. h. sie nehmen weder im Mutterleib noch mit der Muttermilch schützende Antikörper auf und können durch eine Keuchhusteninfektion einen lebensbedrohlichen Atemstillstand erleiden.

Selbst wenn der Keuchhusten bei Erwachsenen meist milder verläuft, so wird er doch von einer ganzen Reihe unangenehmer und belastender Symptome und Beschwerden begleitet: heftige Hustenattacken, Atemaussetzer, aber auch Gewichtsverlust, Erbrechen bis hin zu Schlafstörungen oder gar Rippenbrüchen und Blaseninkontinenz. Ebenso werden Mittelohr- und Lungenentzündungen als Komplikationen und Folge von Keuchhusten beschrieben.

Zum Schutz davor hilft nur eins: die Impfung. Und zwar in allen Altersgruppen: Nach der Grundimmunisierung im Baby- und Kleinkindalter soll gemäß STIKO-Empfehlung zwischen dem 5. und 6. Lebensjahr die erste Auffrischung erfolgen, danach zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr. Und schließlich ist die große Gruppe der Erwachsenen aufgefordert, sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen - ganz besonders gilt das für alle Frauen und Paare mit Kinderwunsch. Sie sollten schon rechtzeitig vor einer Schwangerschaft ihren Impfschutz überprüfen und auch die zukünftigen Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkel dazu auffordern. Zu diesen so genannten Haushaltskontaktpersonen zählen aber auch Freunde, Babysitter, Tagesmütter u.a.

Für Erwachsene ab dem vollendeten 35. Lebensjahr bieten alle gesetzlichen Krankenkassen den "Check-up 35″ an. Alle zwei Jahre werden dann alle wichtigen Gesundheitsuntersuchungen erstattet - einschließlich der von der STIKO empfohlenen Impfungen und Auffrischungen.

Fragen rund um Impfungen und Impfschutz können auf http://www.impfenimdialog.de/ an Experten gestellt werden, die sie online beantworten.

 

 

 



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