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05.11.2007

Bei Erkältungen nicht immer gleich zu Antibiotika greifen

Antibiotika helfen nur bei Entzündungen, die durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen wurden. Gegen Virusinfektionen sind sie machtlos. „Vor der Einnahme von Antibiotika sollte man deshalb genau prüfen, ob ein Einsatz überhaupt sinnvoll ist", warnt Dr. Wolf von Römer vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Damit die Bakterien nicht unempfindlich gegen die Mittel werden, sollten Antibiotika zudem unbedingt über den gesamten vom Arzt empfohlenen Zeitraum hinweg in der empfohlenen Dosis eingenommen werden.

Typisch für eine virale Infektion der Atemwege ist, wenn durchsichtiges oder weißes Sekret ausgehustet wird. Grünliches oder gelbliches Sekret deutet dagegen auf eine Infektion mit Bakterien hin. Auch schnell ansteigendes, hohes Fieber deutet auf eine Virusinfektion hin. Bei bakteriellen Infektionen steigt das Fieber dagegen eher langsam.

Keine Wirkung bei viralen Infekten

So werden Entzündungen der Bronchien (Bronchitis) meist durch Viren verursacht. Es gibt jedoch auch Mischinfektionen aus Viren und Bakterien oder Entzündungen, bei denen ein Erreger den anderen ablöst. Auch bei grippalen Infekten oder gar einer Infektion mit Grippeviren bleiben Antibiotika wirkungslos. Gegen eine virale Infektion der Atemwege helfen nur spezielle Medikamente - so genannte Virustatika - oder eine vorbeugende Impfung gegen Grippeviren. „Werden in solchen Fällen trotzdem Antibiotika eingesetzt, kann dies mehr schaden als nutzen", so Dr. von Römer. Denn einige könnten Allergien oder Nebenwirkungen hervorrufen, z. B. Magenprobleme, Durchfall, Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht sowie Nieren- und Leberschädigungen.

Da jedes Antibiotikum nur gegen bestimmte Bakterien wirkt, wählt der Arzt den Wirkstoff aus, der seiner Meinung nach für die Erkrankung verantwortlich ist. Vor allem wenn mehrere Bakterienarten an einer Infektion beteiligt sind, kann es vorkommen, dass nicht alle von dem eingesetzten Antibiotikum erfasst werden. „Das Medikament bleibt dann scheinbar wirkungslos", sagt von Römer. Wer Antibiotika einnimmt, ohne dass sich die Symptome nach einigen Tagen bessern, sollte deshalb seinen Arzt um Rat fragen. Dieser könne durch eine Laboranalyse klären, gegen welches Präparat die vorkommenden Erreger am empfindlichsten sind.

Antibiotika ausreichend lange einnehmen

Ein weiterer Grund für eine fehlende Wirkung eines Antibiotikums ist, wenn die Bakterien unempfindlich gegen den Wirkstoff geworden sind. Solche resistenten Bakterien können vor allem dann entstehen, wenn Antibiotika zu kurz oder in zu geringer Menge eingenommen werden. Es werden dann nur die empfindlichsten Zellen abgetötet, während die anderen überleben und sich vermehren können. „Deshalb sollten Patienten Antibiotika grundsätzlich in der empfohlenen Menge weiter einnehmen, auch wenn die Symptome längst abgeklungen sind", rät der Internist. Eine Antibiotikabehandlung dauere deshalb meist länger als 5 Tage. Wird die Behandlung zu früh abgebrochen, kann es zu einem Rückfall kommen und es können sich antibiotika-resistente Bakterien entwickeln.

Verschiedene Nachrichten zu Antibiotika finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu/.

 

 



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