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06.11.2007

Fruktose-Unverträglichkeit: Zu viel Obst kann schädlich sein

"An apple a day keeps the doctor away" - so preist ein altes englisches Sprichwort die gesund erhaltende Wirkung von Äpfeln. Bereits der berühmte tägliche Apfel kann bei Menschen mit einer Fruktose-Maladsorption die Aufnahmekapazität des Darms für diese Zuckerart überfordern. Diese Erkrankung ist eine weit verbreitete, doch relativ unbekannte Stoffwechselstörung. Etwa die Hälfte der Erwachsenen kann täglich nicht mehr als 25 Gramm Fruchtzucker (Fruktose) aufnehmen. Zwar entwickelt nur wiederum die Hälfte der Betroffenen klinische Symptome. Bei diesen stellt sich jedoch bei jeder Fruktose-Überlastung ein so genanntes Reizdarmsyndrom ein, mit gravierenden Beschwerden wie Übelkeit, Krämpfen, Blähungen und Durchfällen.

Die Ursache für diese Beschwerden liegt in der Art und Weise, wie der Fruchtzucker im Darm verarbeitet wird. Während Traubenzucker (Glukose) aktiv unter Energieaufwand aus dem Darm in die Zellen der Darmwand aufgenommen wird und von dort aus weiter ins Blut gelangt, wird die Fruktose passiv mit Hilfe von Transportermolekülen transportiert. Fruchtzucker wird daher nie vollständig aus der Nahrung aufgenommen.

Abbauprodukte lösen Beschwerden aus

Zum Problem wird dies bei Menschen, die über wenig dieser Transportproteine in den Zellen der Darmwand verfügen. Prinzipiell kann jedoch jeder, der die Transportkapazität der Fruktose-Transporter überlastet, Symptome eines Reizdarms entwickeln. Je größer das Ungleichgewicht zwischen Fruktose-Konsum und Fruktose-Transport, desto mehr Fruktose verbleibt im Darm. Dort wird der Zucker zu kurzkettigen Fettsäuren und verschiedenen Gasen abgebaut. Diese Stoffwechselprodukte lösen letztlich das Reizdarmsyndrom aus.

In vielen Lebensmitteln ist Fruktose versteckt

Wie der Name es andeutet, kommt Fruktose natürlicherweise hauptsächlich in Obst und Gemüse vor. Schwerer zu umgehen sind versteckte Fruktose-Quellen in industriell gefertigten Nahrungsmitteln. Fruchtzucker gilt aufgrund seines geringeren Brennwerts als gesünderer Zucker und hat die Glukose daher aus vielen Lebensmitteln verdrängt. Damit sollte der starken Zunahme der Diabetes-Erkrankungen entgegengewirkt werden. Inzwischen ist die Fruktose jedoch längst nicht mehr nur in Diabetiker-Produkten enthalten: Viele Lebensmittel werden mit stark fruktosehaltigem Maissirup gesüßt, dessen Verbrauch sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht hat. Die für viele Erwachsene kritische Menge von 25 Gramm Fruktose täglich wird bereits mit einem halben Liter vieler handelsüblicher Limonaden überschritten. Auch der als gesunder Süßstoff geltende Honig besteht zu 35% aus Fruktose.

Um die Entstehung von Diabetes und einer Fruktose-Maladsorption zu verhindern, sollten wenig gesüßte Lebensmittel bevorzugt werden. Wer bereits unter der Erkrankung leidet, muss sich konsequent fruktosereduziert ernähren.

Quelle:
Aktuelle Dermatologie 2007, 33: S. 373-378

Verschiedene Nachrichten zu Fruktose finden Sie auch unter http://www.aerzte-im-netz.eu/.

 


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