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20.01.2016

Bei kaltem Wetter mehr Herzinfarkte

Kaltes Wetter korreliert mit einem höheren Risiko für schwere Herzinfarkt. Je zehn Grad Celsius Temperaturabfall steigt das Risiko für einen so genannten ST-Hebungs-Infarkt (STEMI) um sieben Prozent an. Das zeigt eine neue Studie der Universität von Manitoba in Winnipeg, Kanada, die auf dem Kongress der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft (ESC) in London präsentiert wurde (siehe ESC 2015 Abstract How cold is too cold: the effect of seasonal temperature variation on risk of STEMI).

Der ST-Hebungsinfarkt (STEMI) stellt die schwerwiegendste Form des Herzinfarktes mit der höchsten Sterblichkeit dar und wird meist durch einen akuten Riss in Ablagerungen (Plaques) in einer Koronararterie und den daraus resultierenden Gefäßverschluss verursacht.

„Wir konnten zeigen, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen den Außentemperaturen und dem STEMI-Risiko gibt. Dieses Risiko kann bis zu zwei Tage vor dem Herzinfarkt vorhergesagt werden. Wenn es dafür ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit und ausreichende Ressourcen gibt, könnten wir in Zukunft dieses vorhersehbare saisonale Herzinfarkt-Risiko besser managen", erklärt Studienautorin Dr. Shuangbo Liu.

Winnipeg, Manitoba, ist der geografische Mittelpunkt Kanadas und bekannt für seine heißen und trockenen Sommer sowie seine besonders kalten Winter. Das Studienteam wertete in einer retrospektiven Analyse die Daten über alle ST-Hebungsinfarkte der vergangenen sechs Jahre aus. Diese wurden mit Wetterdaten, insbesondere der höchsten, mittleren und niedrigsten Tagestemperatur, korreliert.

Im Beobachtungszeitraum traten insgesamt 1.817 STEMI auf. Die Tageshöchsttemperatur erwies sich als bester Vorhersagefaktor: An Tagen mit einer Höchsttemperatur unter 0 Grad Celsius gab es 0,94 STEMI pro Tag, an Tagen mit Höchsttemperaturen über dem Nullpunkt lag die Ereignisrate bei 0,78. Die Tageshöchsttemperaturen der beiden Tage vor dem Infarkt konnten ebenfalls zur Abschätzung des STEMI-Risikos herangezogen werden.

„Unsere Daten belegen den großen Einfluss von Umweltfaktoren auf das Auftreten eines ST-Hebungsinfarkts", so Dr. Liu. „Es wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein, herauszufinden, ob spezifische Behandlungsstrategien diesen Klima-Effekt beeinflussen können."

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

 



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