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10.02.2016

Rheuma kann auch zu Veränderungen der Stimme führen

E© pixdesign123_Fotolia.comntzündlich-rheumatische Erkrankungen können die Sing- und Sprechstimme von Rheumatikern beeinflussen. Etwa jeder dritte Rheumabetroffene hat akute Probleme mit der Stimme. Etwa jeder Fünfte hatte in der Vergangenheit Beschwerden beim Sprechen, die aber wieder verschwunden sind. Darauf weist die Deutsche Rheuma-Liga in ihrer Mitgliederzeitschrift mobil (Ausgabe Dezember/Januar) hin.

Zum Beispiel könnte sich der Klang der Stimme verändern: Sie höre sich dann etwas heiser an ähnlich wie bei einer Erkältung. Im Gegensatz zu einer Erkältung verändere sich die Stimme dabei aber eher allmählich und nicht plötzlich. Ursache sei oft die Bildung eines Rheumaknotens auf den Stimmlippen. Dabei handelt es sich um eine bindegewebsartige Umwandlung des Musculus vocalis, also des Muskels, der die Stimmlippen bewegt. Solche Knötchen sind meist gelblich oder weißlich verfärbt, verursachen Heiserkeit, rauen und behauchten Stimmklang, und schränken die Stimmleistung ein.

Der Musculus vocalis könnte aber auch durch Medikamente wie zum Beispiel Kortison beeinträchtigt werden, das entzündungshemmend wirkt aber als unerwünschte Langzeitnebenwirkung auch Muskelabbau verursachen kann. Dieser Muskelabbau kann auch Auswirkungen auf die Stimmlippen haben. Im schlimmsten Fall können sich diese nicht mehr richtig schließen, sodass stets ein Spalt offen bleibt. Dann klingt die Stimme heiser und behaucht, Sprechen und Singen strengen den Patienten mehr an.

Rheumabedingte Entzündungsprozesse könnten auch die Stellknorpel beeinflussen, also diejenigen Strukturen, welche die Stimmlippen bei der Atmung auseinander- und beim Sprechen und Singen zusammenbewegen. Dann kann die Stimme ihre Flexibiltät verlieren und Patienten müssen sich erst räuspern, bevor sie einen Ton hervorbringen. Sind stattdessen die Kiefergelenke betroffen, kann dies beeinflussen, wie deutlich der Patient sich artikulieren (sprechen oder singen) kann.

Die Rheuma-Liga rät Rheumatikern, die ihre Stimme geschmeidig halten wollen, regelmäßig zu singen. Lautes Singen sei allerdings zu vermeiden, da es die Stimme zu arg belaste. Singen sei zudem gut für das Immunsystem und die psychische Gesundheit.

In sehr schweren Fällen - zum Beispiel bei Patienten, deren Stimme bereits nach fünf bis zehn Minuten Sprechen erschöpft ist - müsse unter Umständen eine Operation erwogen werden. Betroffene sollten sich bei einem Phoniater vorstellen - das ist ein Facharzt für Stimme und Sprache. Dieser kann  mithilfe einer sogenannten Video-Laryngostroboskopie die Schwingungen der Stimmlippen analysieren und könne dann entscheiden, ob eine Operation sinnvoll ist oder nicht. Falls ja, gebe es Phonochirurgen, die auf solche Eingriffe spezialisiert sind. In den meisten Fällen seien Operationen aber nur selten nötig. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Webseite der Rheuma-Liga.

 Quelle der Grafik: © pixdesign123_Fotolia.com



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