Rheumatologen im Netz

News


07.03.2016

Sozialratgeber für Menschen mit Rheuma

Etwa 11,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an rheumatischen Erkrankungen, welche die Lebensqualität der Betroffenen mitunter stark einschränken. Rund 10 Mio. sind von klinisch manifesten, behandlungsbedürftigen chronischen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates betroffen und 1,5 Mio. von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Damit Patienten die Unterstützung bekommen, die ihnen zusteht, hat die Rheuma-Liga den Wegweiser „Ihre Rechte im Sozialsystem" auf den neuesten Stand gebracht.

Der frisch aktualisierte Wegweiser „Ihre Rechte im Sozialsystem" (siehe auch eine Leseprobe: https://www.rheuma-liga.de/broschueren/#c1523) erläutert Gesetze und Hilfsangebote für Rheumapatienten in allen Lebenslagen. Dabei wird deutlich: Es gibt im Alltag viele Unterstützungsmöglichkeiten - man muss seine Rechte nur kennen. „Von Fall zu Fall kann es nötig sein, dass man sein Recht als Patient, als Arbeitnehmer oder einfach als Bürger erkämpfen muss. In dieser Broschüre finden Sie Rechtshilfen und Perspektiven", betont Prof. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga.

Was etwa lässt sich tun, wenn der Arzt eine erforderliche Physiotherapie nicht verordnet, weil er fürchtet, dass sie sein Budget übersteigt? „Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen werden solche Heilmittel häufig als Praxisbesonderheiten anerkannt, so dass dem verordnenden Arzt kein Regress droht", erläutert Meike Schoeler, Fachanwältin für Sozialrecht und Koautorin der Broschüre. Sie nennt nicht nur die gesetzliche Grundlage, auf die Betroffene sich berufen, sondern auch konkrete Ansprechpartner, mit deren Hilfe sie sich ihr Recht verschaffen können. Dasselbe gilt für weitere Fragen rund um den Arztbesuch - zum Beispiel zu Medikamentenkosten, Therapiemöglichkeiten oder einer fachlichen Zweitmeinung. Wenn beispielsweise ein überweisender Arzt einen Termin beim Rheumatologen für dringlich hält, ein Termin beim Facharzt aber nur nach längerer Wartezeit möglich ist, kann die Überweisung entsprechend mit einer Nummer gekennzeichnet werden, und der Patient kann sich über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Vermittlung von Facharztterminen durch die KV Ihres Bundeslands - siehe http://www.kbv.de/html/432.php) in der Regel einen Termin innerhalb von 4 Wochen vermitteln lassen.

Auch die Arbeitswelt nimmt in der 44 Seiten umfassenden Broschüre einigen Raum ein. „Gesetzlich vorgesehene Zuschüsse für Umbaumaßnahmen, wie automatische Türen oder barrierefreie Sanitäranlagen, sind oft ebenso wenig bekannt wie Möglichkeiten, Arbeitsabläufe für Rheumabetroffene zu erleichtern", betont Meike Schoeler. Rheumapatienten, die beispielsweise morgens erst eine Stunde später mit der Arbeit beginnen möchten, da dann ihre Gelenke beweglicher sind, oder die es vorziehen, im Wechsel sitzend, stehend oder gehend zu arbeiten - für die sieht das Sozialrecht eine Unterstützung durch den Arbeitgeber vor.

Der Sozialratgeber stellt außerdem Maßnahmen vor wie Umschulung, Weiterbildung, Rehabilitation, berufliche Wiedereingliederung, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Erwerbsminderungsrente oder Grundsicherung. Auf den neuesten gesetzlichen Stand gebracht sind darüber hinaus die Kapitel zu den Themen Persönliches Budget, Rechte schwerbehinderter Menschen sowie Pflegeleistungen und Pflegestufen. Was Betroffenen im Einzelnen zusteht, wo sie sich Rat holen können und in welchen Schritten sie ihre Rechte einfordern können - darüber wird praxisnah und aktuell informiert.

Die Broschüre wurde von der Deutschen Rentenversicherung Bund gefördert und kann gegen Einsendung von Rückporto bei den Verbänden der Rheuma-Liga bestellt werden:

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V., Maximilianstr. 14, 53111 Bonn (bitte 1,45 € Rücksendeporto beilegen), Fax: 0228-7660620, E-Mail: bv@rheuma-liga.de oder per Info-Telefon: 01804-600 000 (20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, bei Mobiltelefon max. 42 Cent). 

Quelle: Deutsche Rheuma-Liga



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Hepatitis C in vielen Fällen heilbar

Mit neuartigen Medikamenten sind Ärzte jetzt in der Lage, Hepatitis C zu heilen – in sehr kurzer Zeit und ohne die starken Nebenwirkungen, die bei früheren Therapien häufig zum Abbruch der Behandlung geführt haben.

zum Artikel...

Personen mit Rückenschmerzen gesucht

Die Rolle von Gedächtnis und Stress bei Patienten mit Rücken- schmerzen soll in einer aktuellen Studie untersucht werden. Gesucht werden Teilnehmer in einem Alter zwischen 18 und 70 Jahren ...

zum Artikel...

Kostenübernahme der neuen Meningokokken-B-Impfung

Liste der  gesetzlichen Kranken- kassen, die eine Kostenübernahme für die neue Meningokokken-B-Impfung ohne Altersbeschränkung vornehmen.

zum Artikel...

Woher kommt Übelkeit?

Übelkeit kann ganz unterschied- liche Ursachen haben: Etwas Falsches gegessen, zu viel Alkohol getrunken oder aber es gibt psychische Gründe.

zum Artikel...

Was kann bei Reizmagen tun?

Ungesunde Ernährung und Stress sind die häufigsten Auslöser eines Druckgefühls und Schmerzen in der Magengegend...

zum Artikel...

Den Blutdruck korrekt messen

Für eine korrekte Messung des Blutdrucks zu Hause mit einem Messgerät für das Handgelenk gibt es einige Regeln zu beachten...

zum Artikel...

Herzrhythmusstörungen können vielfältig sein

Stolpern des Herzschlags oder Herzrasen haben auch gesunde Menschen gelegentlich. Bei längeren Beschwerden sollte man jedoch zum Arzt gehen...

zum Artikel...

Pseudoallergien durch Zusatzstoffe in der Nahrung

Zusätze zur Haltbar-machung und Färbung in industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln können Reizungen des Mundraums oder des Magen-Darm-Traktes bewirken...

zum Artikel...

Joggen verbessert Durchblutung der Beine

Laufband-Training weitet die Blutgefäße und hilft gegen Schmerzen bei Durchblutungsstörungen...

zum Artikel...

Gesund essen statt Diäten

Ungesättigte Fettsäuren können vor Übergewicht, Diabetes und zu hohem Blutdruck schützen...

zum Artikel...